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Angst vor Seuchen in Brasilien

Unwetterkatastrophe forderte inzwischen mindestens 640 Todesopfer

Nach der Unwetterkatastrophe in Brasilien mit inzwischen mindestens 640 Toten wächst im Hinterland von Rio de Janeiro die Furcht vor der Ausbreitung von Seuchen. Die Armee richtete ein Feldlazarett ein, in dem täglich bis zu 400 Patienten behandelt werden können. Die Gesundheitsbehörden verteilten tausende Impfdosen gegen Tetanus und die ansteckende Atemwegserkrankung Diphtherie. Noch immer sind viele Menschen in der bergigen Region nördlich von Rio von der Außenwelt abgeschnitten. Sie werden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht.

Nach einer Bilanz des Zivilschutzes vom Sonntagabend wurden bislang 640 Leichen aus Trümmern und Schlammmassen geborgen. In Nova Friburgo wurde mit 294 Toten die höchste Opferzahl registriert. In Teresópolis starben 271 Menschen, in Petrópo-lis 56 und in Sumidouro 19.

Neue Regenfälle erschwerten am Wochenende die Arbeiten der Retter erheblich. In der Region kam es in Teresópolis erneut zu Erdrutschen, bei denen drei Menschen umkamen. »Die Erde ist sehr aufgeweicht. Es gibt keine Entwarnung«, sagte ein Zivilschutzkoordinator. Viele Straßen blieben gesperrt.

Im Einsatz waren tausende Feuerwehrleute, Soldaten, Zivilschutzmitarbeiter und freiwillige Helfer. Sie arbeiteten sich langsam zu den isolierten Orten durch, in denen die Bewohner seit Tagen ohne Strom, Telefon, ausreichend Lebensmittel und Trinkwasser auskommen mussten. In der Region trafen Spendenlieferungen aus dem ganzen Land ein.

Meteorologen sagten erneut schwere Regenfälle voraus. Rios Gouverneur Sérgio Cabral verhängte für sieben Städte den Ausnahmezustand. dpa

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