Teilgeständnisse offenbaren Elend an Somalias Küste

Hamburger Piratenprozess: Kritik an »Sonderbehandlung«

  • Von Susann Witt-Stahl, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Derzeit werden am Hamburger Landgericht Ablauf und Hintergründe des Piratenüberfalls am 5. April 2010 auf das deutsche Containerschiff »Taipan« rekonstruiert. Anwälte kritisieren die »Sonderbehandlung« der jugendlichen Angeklagten.

Er habe »mit eigenen Augen gesehen«, wie einer der Angreifer von ihrem Skiff aus mit einer Bazooka auf das Schiff gezielt habe, berichtete gestern, am elften Prozesstag, der 2. Offizier der »Taipan«, der für die Sicherheit an Bord zuständig war. »Hinterher fand ich an manchen Türen Blutspuren«, sagte der ukrainische Seemann. Von wem diese stammen, muss noch geklärt werden. Als sicher gilt allerdings, dass kein Besatzungsmitglied der »Taipan« verletzt worden war.

Durch Teilgeständnisse von bislang drei der zehn Angeklagten sind auch Informationen über die katastrophalen Lebensbedingungen der somalischen Küstenbewohner an die deutsche Öffentlichkeit gelangt.

Hussein Carab M. und Abdi Yussuf K. hatten am neunten Prozesstag ausführlich ihre Notlage geschildert, die sie zu der Straftat getrieben habe. M. behauptete, er brauchte dringend Geld, um seinen entführten Sohn freizukaufen, der sich nach wie vor in den Händen der Erpresser befinde. ...


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