Ein Skandal, der keiner ist

Stasi-Vorwürfe an die LINKE vor den heutigen Kommunismus-Scharmützeln im Bundestag

  • Von Gabriele Oertel
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Vor der heute im Bundestag anberaumten Aktuellen Stunde zum Kommunismus im Allgemeinen und Gedanken der LINKEN-Chefin Gesine Lötzsch über Alternativen zum real existierenden Kapitalismus im Besonderen hat die Boulevardpresse den Abgordneten neue Munition für die zu erwartenden Scharmützel mit der Linkspartei geliefert. Lötzschs Bundestagsbüroleiter wurde von Springers »B.Z.« als »Stasi-Spitzel« enttarnt.

Schlag-Zeilen im wahrsten Wortsinn / ND-Faksimile

Es war am Rande eines der zahlreichen Linkspartei-Termine, als eine ältere Frau auf Klaus Singer zusteuerte und ihm stolz erklärte, sie habe früher mit seinem Vater zusammengearbeitet. Nachdem sie gegangen war, fragte ich den Lötzsch-Büroleiter, mit dem ich als ND-Redakteuerin seit Jahren Kontakt habe, wer denn sein Vater gewesen sei. Verlegen erklärte der Mann mit dem Allerweltsnamen, sein Vater sei einmal, »vor ganz langer Zeit«, Chefredakteur des »Neuen Deutschland« gewesen. Fast schämte ich mich, weil ich von der familiären Verbindung nichts wusste. Rudi Singer, der Kommunist, Antifaschist, Widerstandskämpfer, KZ- und Zuchthaus-Inhaftierte und spätere Vorsitzende des DDR-Rundfunkkomitees, hatte nicht nur unter DDR-Journalisten einen Namen.

Freilich können das Leute wie Hubertus Knabe, Direktor der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen, nicht nachvollziehen. Für ihn gehören die Sing...

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