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Noch nie haben so viele junge Leute ein Studium aufgenommen wie im laufenden Semester. Allen Unkenrufen zum Trotz, die vor den Gefahren der Einführung von Studiengebühren gewarnt haben, steigen die Studienanfängerzahlen kontinuierlich. Und der Staat reagiert: der zwischen den Ländern und dem Bund vereinbarte Hochschulpakt garantiert zusätzliche Studienplätze. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) jubiliert und verspricht angesichts des zu erwartenden Ansturms auf die Unis durch die Aussetzung der Wehrpflicht, die Zahl der Studienplätze weiter zu erhöhen.

Soweit die von Schavan verbreitete Erfolgsmeldung. Doch die ist in Wahrheit ein Alarmzeichen, denn die steigenden Studentenzahlen werden von den Hochschulen nur unzureichend mit einer Aufstockung beim Lehrpersonal beantwortet. Allein um den Status quo der Betreuungsrelation von Lehrenden und Studierenden zu halten, müssen laut einer aktuellen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin in den nächsten 15 Jahren bis zu 30 000 Beschäftigte zusätzlich eingestellt werden.

Die Einstellungspraxis der Hochschulen ist derzeit allerdings eine andere: In der Regel werden wissenschaftliche Mitarbeiter nur noch befristet beschäftigt. Auf eine unbefristete Stelle kommen inzwischen sieben unbefristete Verträge. Das hat schon jetzt gravierende Auswirkungen auf die Qualität der Lehre: Manche Studierende wissen am Anfang eines Semesters nicht, ob die Lehrkraft, die ihre Semesterarbeit betreut, in einem halben Jahr überhaupt noch an der Uni ist. Schavans Erfolgsmeldung ist also nur eine halbe.

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