»Die Saatgutpolizei stand vor meiner Tür«

Zwei US-amerikanische Gentechnik-Kritiker sind derzeit auf Rundreise in Deutschland unterwegs

Troy Rush (re.) ist Soja- und Weizenfarmer aus Indiana und Vizepräsident der »American Corn Growers Association«. Bill Freese (li.) arbeitet beim Zentrum für Nahrungsmittelsicherheit (CFS) in Washington DC. Das CFS verfolgt seit Jahren die Patentrechtsstreitigkeiten von Monsanto gegen US-amerikanische Bauern.

ND: Herr Rush, Sie haben einen zweijährigen, mehrere hunderttausend Dollar teuren Rechtsstreit mit dem Agrarkonzern Monsanto hinter sich. Was war passiert?
Rush: Monsanto beschuldigte uns des Vertragsbruchs und der Patentverletzung. Sie warfen mir, meinem Vater und meinen zwei Brüdern vor, wir hätten Saatgut des Konzerns zurückbehalten.

Ich baue unter anderem Soja an. Tatsächlich betrieb ich eine Mischung aus konventionellem Anbau und Gensoja-Anbau. Dafür – das konnte ich in dem Gerichtsverfahren auch beweisen – hatte ich für die Genpflanzen aber einen Vertrag mit einer anderen Firma.

Monsanto geht wegen möglicher Patentverletzungen sehr hart gegen Bauern vor. Der Konzern hat Privatdetektive in den ganzen USA und eine kostenlose Hotline, bei der Verstöße angezeigt werden können.

Eines Tages stand die Monsanto-»Saatgutpolizei« vor meiner Tür. Man stellte mir viele Fragen. Aber ich hatte ja nichts zu verbergen. Nachdem sie wi...


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