Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Wer bäckt im Kommunismus das Brot?

G.M. Tamás über eine herrschaftsfreie Welt ohne Kriege, Hunger und Arbeitszwang

G.M. TAMAS war in der Ungarischen Volksrepublik über 14 Jahre mit Berufsverbot belegt. Er schrieb für diverse Samisdat-Publikationen und engagierte sich für eine Umgestaltung der Gesellschaft. »Ich schlief nicht viel in jenen Jahren«, sagt der Philosoph, der bis 1994 Abgeordneter im ungarischen Parlament war. Mit dem heutigen Vorsitzenden der Sozialistischen Grünen Ungarns sprach KARLEN VESPER.

ND: Herr Tamás, Sie verfolgen die Kommunismus-Debatte in Deutschland. Was halten Sie davon?
Tamás: Was Antikommunisten von sich geben, erstaunt mich nicht. Das kenne ich aus Ungarn, die Hetze, die Einschüchterung. Entsetzt bin ich über das Schweigen der parteilosen linken Intellektuellen. Und ich wundere mich, wie schnell sich die Parteilinke ins Bockshorn jagen lässt. Das Wort Kommunismus könne man nicht mehr benutzen, weil es mit Diktatur und Gulag assoziiert wird. Das ist ein Einwand, den man verstehen kann, wenn man die stalinistischen Regime als kommunistische identifiziert.

Das tun Sie nicht?
Natürlich nicht. Was in der Sowjetunion und in den anderen osteuropäischen Staaten praktiziert worden ist, war Sozialismus im Sinne des alten Gedankens: mehr Gleichheit durch den Staat, durch Planung und Verteilung. Dieses Ziel unterscheidet sich nicht allzu sehr vom bürgerlichen Wohlfahrtsstaat. Die realsozialistischen Staaten waren diktato...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.