Schröders Charta und die Frauenquote

Berlin (Agenturen/ND). Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat am Dienstag mit Vertretern der Arbeitgeberverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbundes eine »Charta für familienbewusste Arbeitszeiten« unterzeichnet. »Der Wunsch nach mehr Zeit für Familie steht bei berufstätigen Eltern ganz oben auf der Prioritätenliste«, sagte Schröder am Rand einer Tagung für familienfreundliche Arbeitszeiten.

Mit der Vereinbarung werden alle Akteure in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft aufgerufen, die Chancen familienbewusster Arbeitszeiten aktiver zu nutzen. Im Frühjahr 2013 soll eine Bilanz der Anstrengungen gezogen werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sichere auch künftig den Standort Deutschland. Sie kritisierte bei der Tagung auch den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft. Es sei ein »ziemlicher Skandal«, dass in den 200 größten deutschen Unternehmen nur drei bis vier Prozent dieser Funktionen mit Frauen besetzt seien. Unterdessen hat Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), designierte Ministerpräsidentin des Saarlandes, ihre Forderung nach einer gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen bekräftigt. »Wir brauchen auch ein gewisses Druckmittel, um in die Führungspositionen hineinzukommen«, sagte sie am Montagabend in der SWR-Fernseh-Talkshow »2+Leif«. Merkel lehnt die Quote ab.

Nach einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeits- und Berufsforschung sind in den neuen Bundesländern mehr Frauen in Führungspositionen als im bundesweiten Schnitt.

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