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Eine Alma mater vergeistigt sich

Geschichte der Berliner Humboldt-Universität – eine anspruchsvolle Edition

  • Von H.-C. Rauh
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Alles hat seine Vorgeschichte, nichts entsteht voraussetzungslos. Kurz nach dem letzten großen Krieg mit seinen wahnsinnigen Zerstörungen auch in der Stadt, von der er ausgegangen ist, sprach der erste kommissarische Rektor der im sowjetischen Sektor Berlins gelegenen Universität, der Pädagogik-Philosoph Eduard Spranger, noch schlicht und einfach vom traditionellen »Berliner Geist«. Diesen sah er manifestiert in den gerade wieder freigelegten, unversehrt gebliebenen Statuen der Gebrüder Humboldt, die vor das völlig zertrümmerte Hauptgebäude der Alma mater Unter den Linden wieder aufgestellt werden sollten: in Wilhelm, dem universellen Sprachwissenschaftler, sowie in Alexander, dem weltweit gereisten Naturforscher. Die nachfolgende Namensgebung (ganz ohne offizielle Urkunde) lag nahe und wurde schnellstens angewiesen.

Ich begann vor 50 Jahren mein Philosophie-Studium an der Humboldt-Universität – im 150. Jubiläumsjahr. Damals ersc...


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