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Mit mehr Willen zum WM-Titel

Frankreich gewinnt alpines Teamrennen

  • Von Oliver Händler, Garmisch-Partenkirchen
  • Lesedauer: 3 Min.

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Einen Titel wirklich zu wollen, hilft, ihn zu gewinnen. Das zeigte der gestrige Team-Wettbewerb bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen deutlich. Zwar waren viele klangvolle Namen am Start, aber die meisten Athleten sahen in dem jungen Wettbewerb lediglich eine Probefahrt für die Riesenslaloms heute und morgen. Nur die Franzosen schienen das Rennen wahrlich gewinnen zu wollen – und das taten sie dann auch.

Besonders für Thomas Fanara war die Goldmedaille eine Genugtuung: »Vor genau einem Jahr habe ich mir vom Krankenbett aus die Olympischen Wettbewerbe angeschaut. Heute bin ich Weltmeister – im Team, okay. Aber ich darf mich jetzt Weltmeister nennen!«

Dabei machten es die Franzosen nicht nur besser, sondern auch spannender als alle anderen. Nach jedem Durchgang mussten sie gespannt auf die Anzeigetafel schauen, denn nach jeweils vier Duellen stand es stets 2:2, so dass die Zeiten der besten Frauen und Männer den Ausschlag gaben. Am Ende lag immer Frankreich vorn: Im Viertelfinale gegen eine ersatzgeschwächte, aber stark kämpfende junge deutsche Mannschaft um 0,18, im Halbfinale gegen Schweden um 0,10 und im Finale gegen Österreich wieder um 0,18 Sekunden.

Im Endlauf war es eigentlich sogar noch knapper, denn im dritten Duell fuhr Anemone Marmottan nur eine Hundertstel Sekunde schneller als ihre Kontrahentin im Parallel-Riesenslalom, Michaela Kirchgasser. Bei einem Unentschieden hätte Österreich Gold gewonnen. »Vielleicht habe ich die Zeit am Start verloren, vielleicht bin ich auch zu weit links ins Ziel gefahren«, rätselte Kirchgasser später. »Ich bin aber trotzdem froh über Silber, auch wenn ganz Österreich von uns Gold erwartet hat.«

Böse dürfte ihr aber niemand sein im Nachbarland – viel zu groß wirkt noch der Schock über die schwere Verletzung von Benjamin Raich nach. In seinem ersten Lauf schied er ohne Sturz aus, verdrehte sich aber so unglücklich das Knie, dass er sich ein Kreuzband riss und schwere Knorpelschäden davontrug.

Ganz nebenbei gewann Anja Pärson ihre 19. WM-Medaille. »Ich freue mich sehr über Bronze. Nun kann ich im Riesenslalom mit der 20. Geschichte schreiben«, sagte die Schwedin. Ihre Teamkollegin Maria Pietilä-Holmner blickte auch schon auf das heutige Rennen voraus: »Der Teamevent war schon wichtig, aber der Riesenslalom ist wichtiger.«

Eine Sicht, die viele Athleten teilten. So verzichteten die drei besten deutschen Fahrerinnen, Kathrin Hölzl, Viktoria Rebensburg und Maria Riesch, um sich zu schonen. Silbermedaillengewinner Philipp Schörghofer forderte daher, das Format häufiger in den Weltcup einzubauen. Auch Felix Neureuther, der seine Duelle gegen den Slowaken Adam Zampa und den späteren Weltmeister Cyprien Richard gewann, meinte, dass es ein »Wettbewerb der Zukunft und absolut olympiawürdig ist«. Trotzdem gab auch der Lokalmatador zu, dass er ihn als Generalprobe für den morgigen Riesenslalom ansah.

Ganz im Gegensatz zu den Franzosen. »Freitag ist kein wichtigerer Tag«, sagte Fanara. »Es ist einfach nur ein neuer Tag, an dem man wieder Weltmeister werden kann.«

Team-Wettbewerb

Gold: Frankreich
Silber: Österreich
Bronze: Schweden

Deutschland im Viertelfinale gegen Frankreich ausgeschieden.

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