Streitfrage: Wie soll es mit der WestLB weitergehen?

Die WestLB ist durch Spekulationsgeschäfte in schweres Fahrwasser geraten und musste mit öffentlichen Mitteln vor der Pleite bewahrt werden. Bis Dienstagabend lief ein Ultimatum, dann musste ein Sanierungskonzept für die angeschlagene Landesbank auf den Tisch von Joaquin Almunia, dem EU-Wettbewerbskommissar. Die Eigentümer der Bank – das Land Nordrhein-Westfalen und die regionalen Sparkassenverbände – machten der Kommission mehrere Vorschläge. Als das aussichtsreichste Konzept gilt der Erhalt als »Verbundbank«, die den Sparkassen gehört und für diese als Dienstleister tätig sein würde. Eine Verkleinerung der Landesbank scheint dagegen keine realistische Option zu sein.

Prof. Dr. Mechthild Schrooten ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Bremen und engagiert sich in der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik.

Neues Kapitel für die WestLB

Von Mechthild Schrooten

Die WestLB steht vor massiven Veränderungen. Diese sind nicht allein Folge der internationalen Finanzkrise. Vielmehr gilt die WestLB seit langem als angeschlagen. Relativ gute Zeiten wurden nicht genutzt, um die eigentlichen Probleme anzugehen. Die Landesbanken sind aus dem historischen Prozess hervorgegangen. In ihren Händen lagen vor allem drei Aktivitäten: Wirtschaftsförderung, Finanzier der Bundesländer und Zentralbank der regional operierenden Sparkassen.

Inzwischen sind erhebliche Teile der traditionellen Geschäftsfelder weggebrochen: Zum einen waren Förderaktivitäten schon vor Jahren aus Gründen der Transparenz auszulagern. Zum anderen setzen die Länderhaushalte auf Konsolidierung. Dadurch gerät die Funktion der Landesbanken – Hausbank des jeweiligen Bundeslandes – unter Druck. Damit bleibt die Aufgabe als Sparkassenzentralbank. Genau diese Erkenn...


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