Der Traum vom neuen Ägypten

Die Reformbewegung will, dass ihr Land nicht länger »Auftragnehmer« der USA ist

  • Von Karin Leukefeld, Damaskus
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Am Freitag feierten abermals Hunderttausende Ägypter auf dem Tahrir-Platz in Kairo den Rücktritt des verhassten Präsidenten Husni Mubarak vor einer Woche. Eine Reminiszenz an die Tage des Aufstands.

Es war der sechste Tag des Aufbegehrens: Das Regime hatte Kampfflugzeuge über den Tahrir-Platz geschickt. Wieder und wieder drehten die Jets im Tiefflug ihre Runden über dem Zentrum Kairos. Ungläubig, sprachlos blickten die Leute in den Himmel, wo die Maschinen dröhnten.

»Eine Minute später antwortete die Menge mit einer kurzen Parole«, erinnert sich Ghada Shabander von der Unabhängigen Ägyptischen Menschenrechtsorganisation. »Sie schrien nicht Mubarak nieder, nicht den terroristischen Herrscher, der F16-Kampfjets schickt, um das eigene Volk einzuschüchtern. Sie riefen: ›Husni hat verloren, Husni hat verloren!‹« Selbst in dramatischen Momenten hätten die Demonstranten immer wieder ihren Humor und ihre Entschlossenheit gezeigt, sich nicht provozieren zu lassen. Kreativ und ausdauernd wollten sie das verknöcherte Regime stürzen.

»Historisch haben die Ägypter immer gezeigt, dass sie aufgeschlossen für Modernisierung und Wand...


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