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Mann nach Überfall noch immer im Koma

Polizei sucht weiterhin nach Zeugen des brutalen Raubes in Lichtenberg

  • Von Andreas Rabenstein, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Zustand des Berliner Handwerkers, der vor einer Woche von Jugendlichen auf dem U-Bahnhof Lichtenberg zusammengeschlagen wurde, ist weiterhin kritisch. Der 30-jährige Mann befinde sich noch im künstlichen Koma, sagte ein Sprecher des Berliner Unfallkrankenhauses am Freitag. Eine sichere Vorhersage, ob er überleben und welche Schäden er davon tragen werde, sei nicht vor Montag möglich. Der Mann hatte bei dem brutalen Überfall schwere Kopfverletzungen erlitten. Die Täter, drei 17-jährige Jugendliche und ein 14-Jähriger, haben gestanden und sitzen in Untersuchungshaft. Ein ebenfalls 30-jähriger Kollege des Malers, der in Todesangst aus dem Bahnhof auf die Straße flüchtete, wurde von einem bislang nicht identifizierten Mann gerettet. Ob es sich dabei um einen Rocker handelt, wie Zeitungen berichteten, ist laut Staatsanwaltschaft ungeklärt. Die verschiedenen Aussagen der Täter und des zweiten Opfers seien widersprüchlich, sagte Sprecher Martin Steltner.

»Klar ist nur, es war kein 80-Jähriger am Krückstock«, sagte Steltner. Der Mann sei gegenüber den Angreifern sehr energisch und wohl auch furchteinflößend aufgetreten. In Zeitungen hieß es unter Berufung auf Informanten aus der Polizei, ein Rocker sei aus einem Auto gestiegen und habe den gewalttätigen Jugendlichen eine Waffe, etwa eine Pistole, gezeigt. »Das können wir nicht bestätigen«, sagte Steltner. Man suche den Mann aber weiterhin, weil er ein wichtiger Zeuge sei.

Die Jugendlichen wollten die beiden Berliner Handwerker offenbar ausrauben. Nun wird ihnen versuchter Raubmord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Obwohl in dem U-Bahnhof Lichtenberg mehrere Zeugen den Überfall sahen, alarmierte nur einer die Polizei.

Rechtsextremisten und Neonazis versuchten Ende der Woche, den Überfall der Jugendlichen mit ausländischem Hintergrund zu instrumentalisieren. Bereits am Mittwochabend zogen rund 30 schwarz gekleidete Neonazis mit Fackeln durch die Weitlingstraße in Lichtenberg und riefen laut Polizei ausländerfeindliche Parolen. Die Weitlingstraße nahe dem Bahnhof Lichtenberg gilt als beliebte Gegend für Neonazis. Am Freitagabend wollten sich Anhänger der rechtsextremen NPD an dem U-Bahnhof versammeln. An einem anderen Bahnhof retteten mutige Fahrgäste am Donnerstag einen Mann vor Gewalttätern. Laut Bundespolizei war hier ein Streit zwischen drei Männern eskaliert.

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