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Ich habe eine Mission

Noah Klieger überlebte Auschwitz und schreibt

Noah Klieger ist 84 und in Israel eine Institution – gewissermaßen der Doyen des israelischen Journalismus. Noch immer nimmt er Tag für Tag seinen Platz in der Redaktion von »Yedioth Achronoth« (Neueste Nachrichten), der größten Tageszeitung Israels, ein. 1926 in Straßburg geboren, wurde er 1942 nach Auschwitz deportiert. Nach seinem Leidensweg in diesem Vernichtungslager sowie in den Arbeits- und Konzentrationslagern Dora-Mittelbau und Ravensbrück wanderte er 1947 nach Palästina aus. »Zwölf Brötchen zum Frühstück« heißen seine Erinnerungen.

NOAH KLIEGER: Schuld und Sühne sind nicht zufällig zentrale Themen schon in der Bibel. Verdrängung, Feigheit, Verantwortungslosigkeit, Obrigkeitshörigkeit, Brutalität, Sadismus sind also keine speziell deutschen Eigenschaften.

ND: Sie beherrschen die deutsche Sprache perfekt. Ein Ergebnis Ihrer elsässischen Herkunft?
Klieger: Oh nein. Ich habe mir diese Sprache – wie andere auch – selbst angeeignet, nicht zuletzt in den Konzentrationslagern, wo man unter Leidensgefährten vieler Nationalitäten war.

Eine Lesetour durch Deutschland – was trieb Sie zu einer solchen Strapaze?
Was mich antreibt ist, dass ich eine Mission habe. Ich will und muss berichten, was die Deutschen den Juden angetan haben, und über dieses vermittelte Wissen mithelfen, dass sich ein solches Grauen nicht wiederholen kann. Davon werde ich bis zu meinem Lebensende nicht ablassen.

»Wer Auschwitz erlebt hat, kann von Auschwitz nur durch den Tod befreit werden« haben Sie einmal die Unmöglichkeit definiert, das Erlittene wirklich zu bewältigen. Sind Ihre Mühen, die Shoa und deren Lehren im Bewusstsein der Nachkommen zu halten, für Sie auch eine Art Selbsttherapie?
Diese Selbstthe...



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