Werbung

Arabische Wendehälse?

Kommentar von Roland Etzel

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Von ihren Herrschern sind den Menschen Tunesiens und Ägyptens Milliarden an Volksvermögen gestohlen worden. Und schon droht neuer Verlust: Jetzt geht es um nicht weniger als ihre Revolution.

Wie anders sollen beispielsweise die Tunesier es verstehen, wenn jener Mann, der seit 1999 unter ihrem Diktator Ben Ali Premierminister war, ihnen seit Wochen als Übergangspräsident zugemutet wurde? Sie argwöhnten, dass es ein Übergang zu etwas sein könnte, für das sie niemals ihr Leben eingesetzt hatten, gingen wieder auf die Straße, bis jener Ghannouchi gestern das Handtuch warf. Nicht grundsätzlich anders stehen die Dinge bislang in Kairo. Dort klammert sich die Opposition an die Losung, Volk und Armee bildeten eine Einheit. Tatsache ist aber, dass zumindest die Generäle viele Jahre lang vor allem Mubaraks Generäle und nicht die des Volkes waren. Auch tun sie jetzt genau das, was man tun müsste, um die Bewegung der Straße allmählich auszubremsen.

Auch wie sich einige bisherige hohe Amtsträger des libyschen Nachbarn zeigen, lässt diesen Verdacht aufkeimen. Justizminister und UNO-Botschafter sagten sich auf telegen spektakuläre Weise von Gaddafi los. Entkleidet man aber das tränenreiche Abschwören seiner Theatralik, bleibt nicht viel Substanz. Solange die gewendeten Politiker ihre vermeintlich neue Sicht auf die Dinge nicht durch handfeste Politik untersetzten, ist Skepsis begründeter als Vertrauen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!