Streitfrage: Biosprit E10 – ein Beitrag für den Klimaschutz?

Das neue Benzin Super E10 sorgt für reichlich Verunsicherungen bei den Autofahrern. Bei der Hälfte der 15 000 Tankstellen in Deutschland ist Super E10 erhältlich. Manche Autos vertragen den Sprit mit einem Bioethanolgehalt von 10 Prozent nicht, heißt es. Aus diesem Grund bleiben die Tankstellenpächter auf dem Kraftstoff aus Zückerrüben und Getreide sitzen. Auf dem Benzingipfel am vergangenen Dienstag, an dem Vertreter der Automobilindustrie, Mineralölwirtschaft und Politik teilgenommen haben, wurde beschlossen, an dem Biosprit prinzipiell festzuhalten. Zugleich soll aber besser über Super E10 informiert und so die Verunsicherung der Kunden abgebaut werden.

Kollateralschäden eines expansiven Anbaus

Von Hubert Weiger

Den Preis für die absurdeste Sprach-Innovation des Jahrzehnts sollte bekommen, wer auf die Idee kam, das Wort »Bio« vor das Wort »Sprit« zu setzen. »Bio-Sprit« – ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wie das, Klima und Umwelt sollen geschützt werden, wenn mit Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h auf den Autobahnen »Ökobenzin« aus Weizen, Mais oder Zuckerrüben in bis zu 400 PS starken Motoren verbrannt wird? Kein Wunder, dass die Autokonzerne für E10 sind, strenge Verbrauchsvorgaben für Luxusautos und Geländewagen und Tempolimits aber ablehnen.

Spanien hat jetzt ein solches Limit eingeführt – wegen des hohen Ölpreises aufgrund der Krisen in Ägypten und Libyen. Und unser Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) verkündet, der Autofahrer solle E10 tanken, um nicht Gaddafis Öl zu benötigen. Haben wir sowas von der Bundesregierung gehört, bevor sich die Unterdrückten im Maghreb gegen ihre ...




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