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Abhörer, Aufhörer

Theater Dessau: »Das Leben der Anderen«

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
Wer den Film »Das Leben der Anderen« nicht an sich heranlassen wollte, hatte leichtes Spiel: Er brauchte bloß die unrealistisch-brutale Sexualgier eines DDR-Kulturministers auf eine Schauspielerin als eindeutig unrealistisch zu geißeln.

Nur geht es hier so wenig um »Realismus«, wie es bei Shakespeare um Realismus ging, als er den beliebten Richard III. zum Mord-Monster machte. Es geht um die Metapher der Anmaßung, die »Ich« meint, aber »Idee« sagt, die von der »großen Sache« spricht, aber damit nur niederste Egozentrik umtüncht. Und mit Hilfe der Stasi tückisch ans Ziel kommt. »Zersetzungs«-Perfektion, ein Schandstück. Schlimm, wer ein Schicksal hat, schlimmer, wer Schicksal spielt. Todernst.

Große Kunst, wie Ulrich Mühe im Film den Verhörer Wiesler spielte, der zum Aufhörer wird. Das Drama von Florian Henckel von Donnersmarck erfuhr nun seine Bühnen-Uraufführung im Anhaltischen Theater Dessau, Regie: Dav...


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