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Magdalena Neuner krönt WM mit Staffel-Gold

Die bei Weltmeisterschaften erfolgreichste Biathletin aller Zeiten läuft in einem denkwürdigen 4 x 6 km-Rennen noch zum Sieg

  • Von Volker Gundrum und
  • Lesedauer: 3 Min.

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Sandra Degenhardt, dpa

Erst vergoss Miriam Gössner aus Garmisch Tränen der Enttäuschung, dann des Glücks. Mit zwei Strafrunden hatte die 20-Jährige die deutschen Biathletinnen im 4 x 6-km-Staffelrennen fast aussichtslos zurückgeworfen. Doch Magdalena Neuner aus Wallgau rettete sensationell noch das WM-Gold, so dass die deutsche Mannschaft bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Chanty-Mansijsk sich auch in der Nationenwertung mit viermal Gold und dreimal Silber vor Norwegen (4/1/3) und Frankreich (1/1/2) behauptete.

Magdalena Neuner schrie ihre unbändige Freude in den sibirischen Himmel, Miriam Gössner, Tina Bachmann (Schmiedeberg) und Andrea Henkel (Großbreitenbach) verdrückten Tränen des Glücks. Als der Titel schon verloren schien, holte Neuner, die bei Weltmeisterschaften nunmehr beste Biathletin aller Zeiten (zehnmal Gold und dreimal Silber), mit einem Sensationslauf noch die Eisen aus dem Feuer. »Dieses Rennen wird in die Geschichte eingehen. Wahnsinn«, jubelte die 24-Jährige und kündigte eine große Sause an. »Jetzt wird aber mal richtig gescheit gefeiert.«

Neuner hatte im fernen Chanty-Mansijsk bei ihrem ersten Einsatz als Schlussläuferin in ihrer Karriere die Ziellinie noch nicht ganz überquert, da stürmten ihre drei Teamkolleginnen auf sie zu. Bei der innigen Umarmung fiel vor allem dem »Küken« Miriam Gössner ein Stein vom Herzen. Sie hatte mit zwei Strafrunden ihr Team fast schon aussichtslos in Rückstand gebracht. »Ich war so deprimiert. Aber jetzt ist es unbeschreiblich«, meinte die erst 20-Jährige.

Neuner heimste damit neben Gold in Sprint und Massenstart sowie Silber in der Verfolgung und der Mixed-Staffel ihre fünfte Medaille bei diesen Titelkämpfen ein.

Am Schießstand mussten die deutschen Frauen mit zwei Strafrunden und 13 Nachladern ordentlich Federn lassen. Aber alle Vier zauberten in ihren Runden die Laufbestzeiten in den Schnee. »Ich habe geschrien, weil es in den Beinen so wehgetan hat. Mit vereinten Kräften haben wir es nach ganz oben geschafft. Das freut mich für die anderen drei ganz besonders«, sagte Neuner. Silber ging an die Ukraine, Bronze an Frankreich.

Gössner und Bachmann (»Ich wusste, dass Lena das noch packt«), die ihren jeweils ersten WM-Titel gewannen, und die nun siebenfache Weltmeisterin Henkel konnten wie alle anderen im Stadion kaum glauben, was sie sahen. Mit einem Rückstand von 1:07 min war Neuner nur als Vierte in ihre Runde gegangen. Die Ukrainerin Oxana Chwostenko schien im letzten Rennen ihrer Karriere schon das Gold in den Händen zu haben. Aber Neuner war einfach nicht zu stoppen. Sie gab sich im letzten Stehendanschlag keine Blöße und setzte alle Schüsse ins Schwarze. Obwohl mit 25 Sekunden Rückstand auf die Schlussschleife gegangen, flog Neuner an ihrer chancenlosen Konkurrentin vorbei und konnte die letzten Meter im Stadion genießen. »Sorry«, sagte sie im Ziel, ganz so, als ob es ihr ein bisschen leidtun würde.

Frauen, Staffel, 4 x 6 km

Gold: Deutschland 1:13:31,1 h/2 Strafrunden/+13 Nachlader (Henkel, Gössner, Bachmann, Neuner)

Silber: Ukraine +0:24,5 min/0+4

Bronze: Frankreich +0:47,2/0+9

Frauen, Massenstart, 12,5 km min

Gold: Neuner (Wallgau) 36:48,5

Silber: Domratschewa (Belar.) +0:04,8

Bronze: Berger (Norwegen) +0:14,0

12. Bachmann (Schmiedeb.) +1:18,5

13. Henkel (Großbreitenbach) +1:19,2

14. Gössner (Garmisch) +1:40,8

Männer, Massenstart, 15 km min

Gold: Svendsen (Norwegen) 38:42,7

Silber: Ustjugow (Russland) +0:05,0

Bronze: Hofer (Italien) +0:14,3

8. Peiffer (Clausthal) +0:53,7

16. Birnbacher (Schleching) +1:25,8

20. Greis (Nesselwang) +2:14,4

24. Stephan (Oberhof) +3:01,1

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