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»Ragow wehrt sich« gegen Fluglärm

Protestmarsch in Schönefeld gegen die geplanten Routen / Ab Mai wöchentliche Demos

  • Von Georg-Stefan Russew, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

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Erneut haben mehrere tausend Menschen gegen die geplanten Flugrouten am künftigen Hauptstadtflughafen BBI in Schönefeld demonstriert. Am Samstag zogen nach Veranstalterangaben rund 9000 Menschen mit Plakaten und Transparenten an dem alten Flughafengebäude auf der Bundesstraße 96a vorbei. Auf ihnen war beispielsweise geschrieben: »Gesund aufwachsen statt Fluglärm«, »Politikverarsche. Ragow wehrt sich« oder »Herr Platzeck und Herr Wowereit: Ihr böses Spiel geht nur zu zweit«. Die Polizei hingegen sprach von etwa 6000 Demonstranten. Das erwartete Verkehrschaos rund um Schönefeld blieb aus.

Wie Demonstrationsorganisator Matthias Schubert von der Initiative »Kleinmachnow gegen Flugrouten« am Rande des Protestmarsches sagte, sei »die Zeit der Nettigkeiten« endgültig vorbei. Ständig kämen neue Routen auf den Tisch. Immer neue Betroffenheiten wären zu befürchten. »Mit uns kann man nicht nach Belieben herumspringen«, deshalb gehe man jetzt auf die Straße und verstärke den Protest, so Schubert weiter.

Die Flugroutengegner forderten, dass der BBI nicht zum internationalen Drehkreuz ausgebaut werde, dass man zu den alten Routen zurückfinde, und dass es ein strenges Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr geben müsse. »Diese Forderungen sind unumstößlich«, betonte Schubert.

Gespannt schaue das »Bündnis Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten« auf den kommenden Montag. Dann wird die Fluglärmkommission in Schönefeld erneut zusammenkommen. Angekündigt ist für diesen Termin, dass die Deutsche Flugsicherung (DFS) detaillierte Flugroutenvorschläge jeweils mit der Zahl der betroffenen Anwohner der Kommission unterbreitet. Simon Lietzmann von der Bürgerinitiative Lichtenrade-Mahlow-Nord erwartet nichts Neues. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) habe gerade wieder erst auf die Wirtschaftlichkeit des BBI gepocht.

»Wir lassen uns nicht mehr hinters Licht führen«, kündigte Matthias Schubert an. Wenn es die Verantwortlichen nicht anders wollen, werde das Bündnis ab Mai wöchentlich auf die Straße gehen und die Schönefeld-Zufahrt per Demonstration blockieren. Die Menschen würden sich betrogen und belogen fühlen. »Die Wut muss ja wohin, und wir werden diese auf die Straße bringen. Es ist nichts ausgeschlossen«, ergänzte der Zeuthener Martin Henkel.

Der Protest gehe schon jetzt allein nicht mehr um die Flugrouten, sondern auch um die Dimensionen des BBI, erklärte Markus Peichl vom »Bündnis Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten«. Geplant war ein Regionalflughafen, jetzt soll ein internationales Drehkreuz her. »Wir sagen Nein. Schönefeld nur für die Region.«

Wenn es ein Drehkreuz sein müsse, dann nur in Sperenberg. Dazwischen eine Hochgeschwindigkeitsverbindung. »Das wäre visionäre Politik«, so Peichl.

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