Von netten Neonazis und hysterischen Redaktionen

Das Buch »Heile Welten« liefert Einblicke in den rechten Alltag in Deutschland

  • Von Olaf Sundermeyer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Rechtsextremismus ist kein rein ostdeutsches Phänomen. Das stellen die beiden Journalisten Astrid Geisler und Christoph Schultheis in ihrem Buch ebenso klar, wie sie das Demokratiedefizit ausleuchten, das sich in manchen Gegenden Ostdeutschlands hartnäckig hält. In Vorpommern etwa oder in Sachsen. Hier arbeiten die freien Neonazikameradschaften vom »Heimatbund Vorpommern« daran, im zivilgesellschaftlichen Vakuum der abgehängten Gegend am Stettiner Haff ein völkisches Pionierland zu errichten. »In Bargischow gibt es keinen Bäcker, keine Schule, keinen Verein mehr. Auch das Gasthaus hat dichtgemacht.« Keine Kneipe, keine Zivilgesellschaft.

Anders im sächsischen Strehla. Dort gibt es diese Strukturen. Allerdings gelang es dem zugezogenen NPD-Ehepaar Schreiber hier, deren maßgebliche Einrichtungen zu unterwandern: Während Peter in Strehla in den Stadtrat gewählt wurde, beackerte Ines das politische Feld von unten: Als Mitglied des Elter...


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