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König Kurt sonnt sich

Rheinland-Pfalz: Nur Linkspartei und Grüne punkten mit guter Bildung

Laut dem ersten »Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz« vom Mai 2010 liegt die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss immer noch bei knapp sieben Prozent. Grund genug, auf Bildung zu setzen. Doch die SPD verweist auf ihre Erfolge und beschwört lediglich, dass Bildung »oberste Priorität« haben müsse. Dagegen versprechen Grüne und Linkspartei gerechte Bildung und weisen dieser einen mittleren bis oberen Stellenwert zu.

SPD: Alles beim Alten

Rheinland-Pfalz sei dank der SPD »Heimat der gebührenfreien Bildung«, denn diese habe einen »beitragsfreien Kindergartenplatz ab zwei Jahren« durchgesetzt. Auch mehr als »600 Ganztagsschulen« gingen auf ihr Konto. Sie verstehen ihr Konzept, das des durchlässigen, gegliederten Schulsystem aus integrierter Gesamtschule, Realschule plus, Gymnasien und – zwar nicht erwähnt aber offensichtlich – den Förderschulen, als »attraktive Bildungslandschaft« und »Schulstruktur der Zukunft«. Ein durch und durch sozialdemokratisch-konservatives Bildungsverständnis im selbstverliebten Gewand – präsentiert von Ministerpräsident Kurt Beck.

Grüne: Basisdemokratie

»Bessere Bildung von Anfang an« heißt für die Grünen »Ausbau der integrierten Gesamtschulen«, »Berücksichtigung der Altersmischung« und »Inklusion als Standard«. Gerechte Bildung liege in »gesamtgesellschaftlicher« Verantwortung und bedarf der finanziellen Unterstützung des Bundes. Dazu wollen sie den »auslaufenden Solidaritätszuschlag in einen Bildungssoli« transformieren und im Landeshaushalt Bildung »Priorität« einräumen. Entsprechend dem Leitbild der »selbstständig und demokratisch« organisierten Schulen, wollen sie die Bildungslandschaft »von unten und nach Bedarf« reformieren: Bei erhöhter Nachfrage an integrierten Gesamtschulen »muss das Land für deren Ausbau sorgen.« Dass Bildung innerhalb des eigenen Programms nicht an exponierter Stelle rangiert, bleibt ein Widerspruch. Den nötigen Korrekturfaktor zur SPD bieten sie allemal.

Linke: Eine Schule für Alle

Mit ihrem Wahlprogramm entwirft die Linkspartei eine bildungspolitische Vision mit emanzipatorischem Anstrich. Ausgehend von einer »eigenständigen Jugendpolitik« fordern sie »im Rahmen ›Einer Schule für Alle‹ die gesetzlich verankerte Ganztagsschule für alle Schüler«. Damit Jugendliche einen »souveränen Umgang mit Entscheidungen« lernen, soll ihnen »Verantwortung übertragen« werden. Ausgerichtet am skandinavischen Modell möchte die Linkspartei »Eine Schule für Alle«. Diese soll bis zum Abschluss der Sekundarstufe I »auf höchstem Niveau und für alle kostenlos« sein. Sie fordert, dass Rheinland-Pfalz im »ersten Schritt« seine Bildungsausgaben am »bundesweiten Durchschnitt« und »langfristig am tatsächlichen Bedarf« orientiert. Alles in allem ist ihr Erziehungsziel der »freie und kritisch denkende Bürger«, weshalb sie »gegen Privatisierung und Eliten-Erziehung im Bildungswesen« ist. Leider reduziert sie mit Letzterem die Komplexität: Es gibt Eliten, die kritisch denken und private Einrichtungen, die außerordentlich sozial sind.

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