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Inszenierung als Teil des Alltags

Studentische Medientage an der TU Chemnitz

  • Von Robert D. Meyer, Chemnitz
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Einstudieren, Aufpolieren, Zelebrieren – Dimensionen medialer Inszenierung« lautet das Thema der diesjährigen Studentischen Medientage am 9. und 10. April an der Technischen Universität Chemnitz. Neben Fachvorträgen erwartet die Besucher eine Podiumsdiskussion mit Experten aus der Medienbranche.

Rege Betriebsamkeit herrscht dieser Tage in den Büroräumen des Instituts für Medienforschung an der Technischen Universität Chemnitz. Dabei sind doch eigentlich Semesterferien. Die zwei Studenten Mareike Schück und Stefan Klix sind seit Monaten damit beschäftigt, die 7. Studentischen Medientage Chemnitz zu organisieren. Arbeit gibt es genug zu erledigen, der Termin der jährlich stattfindenden Tagung rückt näher.

Mareike und Stefan schauen gerade noch ein paar Verträge durch. »Wir müssen immer einen genauen Überblick über die aktuelle Planung haben«, sagt der 23-Jährige. »Die meiste Arbeit bedeutet Kommunikation mit den einzelnen Gruppen.« Zu zweit wäre solch ein Projekt natürlich nicht zu stemmen. Im Hintergrund arbeiten deshalb etwa 50 Studierende des Fachbereichs Medienkommunikation mit.

Chance für Abschlussarbeit

Das Besondere an den Chemnitzer Medientagen ist, dass sowohl Planung als auch Durchführung vollständig von Studenten übernommen werden. »Das ist unseres Wissens einmalig in Deutschland«, erzählt Mareike. Auch die Vorträge selbst werden ausschließlich von Studierenden oder noch jungen Absolventen gehalten. »Wir bieten damit Studenten eine gute Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten, welche sonst oft leider wenig beachtet im Schreibtisch verschwinden würden, einem breiteren Publikum zu präsentieren«, erklärt Stefan zum Grundkonzept der Veranstaltung, welche sich auch an Nichtakademiker richtet. Was ursprünglich zunächst nur für Kommilitonen der TU gedacht war, entwickelte sich über die Jahre hinweg zu einem Projekt, welches mittlerweile auch länderübergreifend auf positive Resonanz stößt.

In diesem Jahr werden Referenten aus Polen und Österreich erwartet, welche ihre Arbeiten zum Thema »Dimensionen medialer Inszenierung« vorstellen. »Inszenierung ist grundsätzlich erst einmal nichts schlechtes«, sagt Stefan, und Mareike ergänzt: »Viele denken bei dem Begriff sofort an Manipulation.« Kritisches Hinterfragen sei allerdings notwendig, wie gesellschaftliche Debatten immer wieder zeigten.

Der Fall Guttenberg

Die Palette möglicher Anknüpfungspunkte an das Thema Inszenierung ist vielfältig, das beweist das Programm des Kongresses. So beschäftigt sich der Vortrag des Münsteraner Kommunikationsabsolventen Philipp Laage mit der Selbstinszenierung auf sozialen Plattformen im Internet. Die Österreicherin Barbara Metzler setzt sich dagegen mit der Darstellung von Migranten in den Medien auseinander. »Inszenierung umgibt uns im Alltag ständig, was viele oft vergessen«, meint Mareike.

Spannend dürfte deshalb auch die als Höhepunkt des Kongresses geplante Podiumsdiskussion am 9. April sein, zu welcher Medienexperten wie die Journalistin und »Sachsenspiegel«-Moderatorin Uta Georgi vom Mitteldeutschen Rundfunk erwartet werden. »Mit Sicherheit wird auch die Guttenberg-Debatte eine Rolle spielen«, vermutet Stefan. Dann schaut er auf die Uhr. »Wir müssen zum nächsten Termin«, entschuldigt er sich. Mareike und Stefan besprechen noch kurz die kommenden Stunden, ehe sie mit Beamer, Plakaten und Flyern bepackt zur Tür hinaus verschwinden. Auch das ist Teil von Inszenierung.

www.medientage-chemnitz.de

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