Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Würzburger Farbspiele

Der berühmte Kiliansdom schließt bis Ende 2012 – er wird renoviert

  • Von Özlem Yilmazer, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.
Einmal traf ihn ein Blitz, auch Bomben schlugen ein: Der Kiliansdom gilt als Mutterkirche des Bistums Würzburg. Seine Baugeschichte ist Jahrhunderte alt. Mit seinen Veranstaltungen ist der Dom heute eine feste Größe – doch damit soll erst mal Schluss sein.

Würzburg. Er existiert seit dem achten Jahrhundert in der unterfränkischen Stadt, seine Geschichte ist geprägt von Unwettern, Bränden und dem Zweiten Weltkrieg. Der Kiliansdom wurde dreimal errichtet, mehrmals baulich verändert und gilt als Mutterkirche des Bistums Würzburg. Neben Gottesdiensten, Taufen und Mondscheinmessen finden viele kulturelle Veranstaltungen in dem Gotteshaus in der Würzburger Altstadt statt. Er ist eine feste Institution, doch bald ist damit erstmal Schluss. Der Dom Sankt Kilian zu Würzburg schließt seine Pforten für 17 Monate.

Sieben Schichten

Es ist schon mehr als 20 Jahre her, dass der Innenraum des Doms renoviert wurde. Noch im Juli sollen die Arbeiten an der Raumschale, an den barocken Stuckaturen und an der Elektroanlage beginnen. Nach Angaben des staatlichen Bauamts hat der Restaurator Christoph Schädel allein in einem Bereich des Doms sieben Farbfassungen ausgemacht. Das wird eine Herausforderung. Denn die Farbpalette reiche »von rötlich-beige, über grauem Kalkanstrich, beige-grau bis hin zu abgestuften Weißfassungen«, erklärt Bauoberrat Hartmut Schmitt. Bis Ende 2012 sollen die Arbeiten dauern und insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro kosten.

Der Ruß zieht sich an einer Wand über mehrere Meter hoch, die vielen Kerzen haben über Jahre ihre Spuren hinterlassen. Die Sitzbänke aus Holz wirken abgenutzt – nach Angaben des Dompropstes, Weihbischof Ulrich Boom, werden auch diese erneuert. Zudem böten die Sanierungsarbeiten auch eine Gelegenheit für liturgische Veränderungen. »Der Andachtsbereich um die Pietà wird neu gestaltet und leicht abgetrennt«, erklärt der Dompropst.

Noch ist es sehr kalt in dem Gotteshaus, aber auch das soll sich ändern. Der in Teilen sehr düster wirkende Kiliansdom mit barocken und romanischen Elementen bekommt im Zuge der Sanierungsarbeiten auch eine moderne Heizung. Technische Geräte wie Mikrofone oder Liedanzeigen sollen auf den neuesten Stand gebracht werden.

Orgelsommer findet statt

Knapp anderthalb Jahre wird der Dom geschlossen sein. Das Domkapitel sieht das ganz nüchtern. »Jetzt ist halt der Dom dran«, heißt es dort. Man freue sich auf die anstehenden Verbesserungen. Doch was wird aus den vielen religiösen, musikalischen und kulturellen Angeboten des Doms wie den großen Gottesdiensten, Priesterweihen, dem Kiliani-Volksfest oder dem Orgelsommer? Die Würzburger müssen darauf nicht verzichten. Sie finden an anderen Orten statt – etwa in der Nachbarkirche Neumünster.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln