Grießtag und Marathonfrau

In Brandenburg leiden 37 000 Menschen an Demenz. Ein Besuch in einer Potsdamer WG

  • Von Gudrun Janicke, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Worte verlieren sich. Zunächst werden Kleinigkeiten vergessen, dann das ganze Leben. Demenz bedeutet Weg ohne Wiederkehr. Eine Aussicht, die schaudern lässt. Und es gibt immer mehr Betroffene, vor allem in Ostdeutschland. Hier leben künftig die meisten Alten.

Potsdam. Mittwochs ist der »süße Tag« mit Grießbrei oder Vanillepudding. Freitags gibt es immer Fisch – das ist eine feste Regel. Schwester Kerstin weiß: Die sieben Bewohner der Demenz-Wohngemeinschaft im Potsdamer Oberlinhaus, einer konfessionellen Einrichtung, brauchen feste Regeln und einen strukturierten Tag. »Sonst gerät das Leben immer weiter aus den Fugen.«

In Brandenburg leben nach Angaben der Alzheimer-Gesellschaft rund 37 000 an Demenz erkrankte Menschen, bundesweit sind es etwa 1,3 Millionen. Vor allem in Ostdeutschland wird die Zahl bis 2025 massiv steigen. Gründe sind die Abwanderung junger Leute und eine deutlich älter werdende Gesellschaft. Das Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat im jüngsten Demenz-Report ermittelt: In Potsdam-Mittelmark wird der Anteil der Erkrankten im Jahr 2025 im Vergleich zu 2008 um 82 Prozent zulegen, in Dahme-Spreewald um 63 und in Oder-Spree um 56 Prozent.

»Irgendwann knall...

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