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Zwischen Zensur und Selbstzensur

Im Ballhaus Naunynstraße thematisiert »Don’t Move« Tanz im Iran

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Wie vor und hinterm Vorhang: Die »Dennoch-Tänzer«

In der frühen christlichen Kirche durfte getanzt werden: Unter Anleitung des Bischofs galt der Reigen, wie ihn die Engel im Himmel zeigten, als gottgefällig. Selbst der heilige Augustinus bedauerte, wegen Krankheit nicht am Tanz teilnehmen zu können. Wenig später überzog das Christentum den Tanz auf Jahrhunderte mit einer wüsten Verbotskampagne, erfand gar einen Tanzteufel, weil sich die Geschlechter im Tanz zu nahe kamen. Zeitversetzt und mit den Besonderheiten des Islam gilt seit drei Dezennien ein ähnliches Tanzverbot auch in der Islamischen Republik Iran. Nur »Rhythmische Bewegung« darf auf den Bühnen stattfinden, was das bedeutet, entscheiden Zensoren, denen jedes Theaterprojekt vor der Premiere vorzuführen ist. So soll Propagierung eines den islamischen Werten zuwiderlaufenden Frauenbildes in Gestalt westlicher Freizügigkeit vermieden werden. Frauen dürfen nicht tanzen, allenfalls in der Folklore, Beckenbewegungen sind auch dort ...


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