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Energie tanken unter der Sonne der Kanaren

Deutsche Senioren genießen ihren Ruhestand im Ausland

  • Von Mario Dieringer
  • Lesedauer: 6 Min.

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Die Weiten der Strände laden zur Entspannung ein Fotos: Dieringer
Die Weiten der Strände laden zur Entspannung ein Fotos: Dieringer

»Seit acht Jahren verbringen wir hier die kalten Wintermonate«, erzählt Friedel Hanser und hält dabei Karls Hand, der zustimmend nickt und mit seinen Blicken die hohen Wellen nach Surfern absucht. Das Rentnerehepaar gehört zu den zwei Millionen Senioren, die entweder ganz auf der Atlantikinsel leben oder für ein paar Monate im Jahr Erholung im milden Klima Teneriffas suchen. Jeden Tag sitzen die beiden am Playa Martiánez im grünen Puerto de la Cruz in der Sonne und beobachten die wagemutigen Surfer, wie sie sich dem Kampf mit den Wellen stellen. »Wenn ich nochmals jung wäre, würde ich den Burschen zeigen, wie man das macht«, kommentiert Karl den Sturz eines Wellenreiters.

Alltagsbeschwerden schwinden mit der Sonne

Preiswerter und sonniger als der Ruhestand in Deutschland
Preiswerter und sonniger als der Ruhestand in Deutschland

Karl wäre schon viel früher nach Teneriffa gekommen, doch er musste warten, bis er und seine Friedel in Rente gingen. Als es dann soweit war, haben beide sofort die Koffer gepackt und sind für vier Monate auf die Insel gekommen. Ganz nach Teneriffa zu ziehen kam für beide jedoch nicht wirklich in Frage. Die Rente reicht nicht, um regelmäßig nach Deutschland zu fliegen, um ihre vier Kinder und sieben Enkelkinder zu sehen. Daher haben sie sich für die Überwinterung entschieden. Ein Schritt, den sie nie bereut haben. »Klar wären wir gerne auf Dauer hier, aber wir haben ein Haus in Deutschland, das wir auf keinen Fall verkaufen wollen.

Das Klima Teneriffas tut uns richtig gut und die drei Monate am Stück fühlen sich immer an, als ob wir ein Jahr in Kur gewesen wären.« Ein Argument, das die beiden mit den meisten Langzeiturlaubern teilen. Nirgendwo sonst ist das Klima so ausgeglichen wie auf Teneriffa. Der kanarische Archipel lockt mit über 320 Sonnentagen und den niedrigsten Temperaturschwankungen weit und breit. Zwischen 20 und 30 Grad betragen die Temperaturen Sommer wie Winter. Manchmal fegt der Saharawind Calimas über die Insel. »Das ist so etwas wie der bayerische Föhn«, beschreibt Friedel die warmen Winde, die von der 300 Kilometer östlich entfernt liegenden Sahara kommen. Etwas weiter weg, aber auf demselben Breitengrad liegt Florida und irgendwie dazwischen hat sich das vom Kanarenstrom und den Passatwinden geprägte Klima eingependelt. Frühlingshafte Temperaturen und die frische Meeresluft sorgen innerhalb weniger Tage für spürbares Wohlbefinden bei den Senioren. Fast jeder, den man fragt, berichtet von schwindenden Alltagsbeschwerden und Medikamenten, die getrost zu Hause gelassen werden können. Und wer doch mal untersucht werden muss, geht zum hiesigen Arzt. Allein in und um Puerto de la Cruz, haben sich 60 deutsche Mediziner angesiedelt, die hier ihre Patienten besser versorgen als in Deutschland. Doch Winterdepressionen, fehlender Hunger oder Rheuma sind hier fast genauso unbekannt, wie Schnee am Strand.

Bizarre Vulkanlandschaften, immergrüne Täler und feinsandige Strände wechseln sich ab. Wer jedoch unbedingt Schnee sehen möchte, kann sich einem organisierten Tagesausflug anschließen oder einen Mietwagen nehmen, den es auf Teneriffa schon ab 150 Euro für zwei Wochen gibt. Die Fahrt führt über kurvige Straßen ins Landesinnere, hoch zum Teide. Der höchste Berg Spaniens ist ein Vulkan und thront mit seinen 3718 Metern mitten auf der Insel. »Und schauen Sie sich den Berg an«, sagt Karl und zeigt mit dem Finger auf die imposante Erscheinung mit der weißen Kuppe. »Das ist auch ein Grund, weshalb wir hier sind. Jeden Tag ein Blick so schön wie gemalt.« Schon vier Mal war das Paar auf dem Gipfel und schwärmt von der grandiosen Sicht über alle Inseln der Kanaren. Dort oben gibt es bizarre vulkanische Landschaften zu besichtigen, die etwas tiefer in sattgrüne Wälder übergehen, an denen die Wolkendecke oftmals hängenbleibt. Vom Teide führen verschiedene Straßen zurück an die Küste.

Wer vom immergrünen fruchtbaren Orotava-Tal kommt, nimmt meistens die Straße gen Süden, wo es wärmer und trockener ist. Hier gedeihen Kakteen, und sonnenhungrige Touristen genießen das bunte Strandleben. Wie überall auf der Insel hat man sich auch hier auf die Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingestellt, welche die Mehrzahl aller ausländischen Besucher stellen. Hier muss niemand auf Hausmannskost verzichten, und Schweinshaxe gibt es genauso oft wie frische Muscheln.

Preiswerter als in Deutschland

Dass den deutschen Urlaubern gutes Essen wichtig ist, wissen alle Hotels, die sich auf Senioren eingestellt haben. So überrascht das Hotel La Quinta, dessen Gäste vielfach zur Überwinterung kommen, mit einem fulminanten Früh- stücksbüffet und sehr reichhaltigem Abendessen. Trotzdem kochen Friedel und Karl lieber selbst und genießen den Blick von ihrer großzügigen Terrasse auf die Küste und den Vulkan. Die ersten Jahre haben sie noch verschiedene Hotels ausprobiert, doch irgendwann blieben sie im La Quinta hängen. »Hier ist es ruhig und wir treffen jährlich viele Freunde und Bekannte«, erzählt die 73-jährige Friedel.

In der Tat hat sich das Hotel auf seine betagte Kundschaft eingestellt. Neben gut ausgestatteten Appartements mit 50 Quadratmetern bietet das Hotel erstklassige medizinische Versorgung, einen großen Wellnessbereich, jede Menge Tagesausflüge ans Meer oder in die Berge und kostenlose Zubringerbusse in die Stadt. Natürlich hat derartiger Komfort auch seinen Preis, über den sich auch Friedel und Karl Gedanken gemacht haben. »Ja, wir haben am Anfang schon immer mal nachgerechnet, aber wir leben hier ganz sicher nicht teurer als zu Hause in Bayern. Und die 25 Euro, die wir pro Tag für das Appartement bezahlen, würden wir doch in München jeden Tag auf den Kopf hauen«, berichtet Karl, der im Dezember seinen 75. Geburtstag feiert. »Die niedrigen Kosten auf der Insel sind neben dem Wohlfühlwetter das Reiseargument schlechthin«, bestätigt auch Christian Borchert vom Premio Travel Club, der jährlich mehrere hundert Menschen zum preiswerten Langzeiturlaub auf Teneriffa verhilft und als Spezialist in der Branche gilt.

Für Friedel und Karl ist es jetzt erst mal wieder an der Zeit, in ihre bayerische Heimat zurückzureisen, um die Sommermonate in Deutschland zu genießen. Doch für Karls Geburtstag schmieden die beiden schon Pläne. Er will nämlich, dass seine Kinder auch mal sehen, wo sich die betagten Eltern regelmäßig verjüngen und hat deshalb die gesamte Familie zur großen Dezember-Sause nach Teneriffa eingeladen.

  • Informationen und Langzeiturlaub-Angebote ab Euro 12,50 pro Tag im 50 qm-Appartment bietet der deutsche Premio Travel Club an, der als ausgesuchter Spezialist für Seniorenreisen gilt. Erfahren Sie mehr unter www.premiotravelclub.de/angebote/sen/
  • Die »Senioren Martina Residenz« bietet unter www.senioren-residenz.es betreutes Wohnen an. Hier können Senioren in einem 18 qm-Appartement ab Euro 478.- monatlich unterkommen.
  • Preiswerte Flüge nach Teneriffa findet man bei www.tuifly.de, www.airberlin.de, www.germanwings.de

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