Minderheiten dürfen nicht tyrannisieren

Neuköllns Migrationsbeauftragter Arnold Mengelkoch zum Zoff um die Task Force Okerstraße

In Neukölln gibt es Streit um die Task Force Okerstraße (TFO). Darüber berichteten wir in einem Beitrag vom 16. März. Um die Perspektive des maßgeblich beteiligten Bezirksamtes besser zu verdeutlichen, sprach für ND Redakteur Martin Kröger mit Arnold Mengelkoch, dem Migrations- und Integrationsbeauftragten Neuköllns. Er ist zugleich Projektleiter der Task Force.

Arnold Mengelkoch ist seit über vier Jahren Migrations- und Integrationsbeauftragter des Bezirks Neukölln. Zuvor hat er 25 Jahre als Sozialarbeiter Familien im Bezirk betreut.

ND: Seit November 2009 ist in Neukölln die Task Force Okerstraße aktiv, um die sozialen Probleme und vor allem die damals vorhandenen Nachbarschaftskonflikte in dieser Straße anzugehen. Task Force, das klingt militärisch. Sind Sie in den Kiez eingerückt?
Mengelkoch: So ein Quatsch, Task Force heißt nichts anderes als Arbeitsgruppe. Nein, es geht nicht darum, das ganze Quartier umzukrempeln, aber man kann Konflikte reduzieren, um besser miteinander zu leben. Es geht auch um Strukturveränderungen. Das hatten zuvor das örtliche Quartiersmanagement und der Quartiersrat gefordert. Es muss dauerhaft etwas geschehen.

Was waren das für Probleme?
Es gab Häuser mit unhaltbaren Zuständen wie Müll, Rattenbefall und überall herausgerissenen Elektroleitungen. Darüber hinaus wurden sie als Wohnheime zweckentfremdet. Zum Beispiel lebten am Ende dort in einer 3-Zimmer-Wohnung bis zu 17 Wanderarbeiter. In 2008 trieben sich ganze Heerscharen von Kinder...

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