»Regierung muss Versprechen halten«

Syrien erwartet von Präsident Assad substanzielle Schritte für mehr Demokratie

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Protestwelle in Syrien ist nach der gewaltsamen Unterdrückung und Reformankündigungen seitens der Regierung abgeebbt. Allein in der Stadt Daraa soll es am Montag eine Demonstration gegeben haben. Präsident Assad wollte am Abend eine mit Spannung erwartete Rede halten. Bisher hat der Staatschef noch nicht Stellung genommen zu den Protesten der Regimegegner.

»Die Syrer haben keinen Hunger nach Brot, wir wollen Freiheit und Würde«, ruft eine aufgebrachte Menschenmenge in die Kamera eines Al-Dschasira-Teams, das mit Hilfe von Anwohnern nach Daraa nahe Damaskus gebracht worden war, um die Beerdigung ihrer getöteten Söhne zu filmen. Anfangs hätten sie gegen die Korruption und für bessere Lebensbedingungen protestiert, erklärt ein Anwohner, doch nach allem, was passiert sei, wolle die Jugend den Sturz des Regimes. »Wer sein Volk tötet, ist ein Verräter«, rufen die Leute. Die Regierung müsse halten, was sie versprochen habe, sagt ein Mann der Reporterin. Auf ihre Frage, ob es sich um »eine Revolution gegen das Regime« handele, schüttelt er den Kopf. »Nein, nein«, es ginge darum, »einige Regeln zu ändern, ungerechte Regeln, wie den Ausnahmezustand.«

Die Regierung scheint die Botschaft verstanden zu haben. Bereits am Donnerstag teilte Bouthaina Schaaban, Medienbeauftragte von Präsident Baschar ...


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