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Künast präsentiert ihre Ideale

Auf einer Rundfahrt erläutert die Grüne-Spitzenkandidatin die bildungspolitischen Vorstellungen

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Es ist einer der angenehmeren Termine. »Fast wie Urlaub«, sagt Renate Künast, die Grüne-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl, und blinzelt in die herrliche Frühlingssonne. Nahebei dröhnt zwar die Stadtautobahn, doch hier in der Gartenarbeitsschule Tempelhof-Schöneberg ist es trotzdem beschaulich. Als »Freilandlabor« und »grüner Lernort im Zentrum Berlins seit 1922« bewirbt sich die Schule selbst in einem Flyer – eine Oase mitten in der Stadt.

Renate Künast ist am Dienstagmorgen hierher gekommen, um Unterstützung für die zwölf Gartenarbeitsschulen der Bezirke zu signalisieren. Denn diese Bildungseinrichtungen sind immer mal wieder bedroht. 170 000 Euro muss allein die Schule in Tempelhof-Schöneberg im Jahr aufbringen, um den Arbeitsgarten, das Freilandlabor mit seinen Teichen und Beeten sowie den Tier- und Spielhof unterhalten zu können, erzählt Norbert Winkler, der Leiter der Schule. Geld hat Renate Künast zwar nicht im Gepäck, aber dafür einen Vorschlag: »Leute, die was zu vererben haben, muss man fragen.«

Doch natürlich geht es nicht nur um selbstlose Unterstützung. Die Stippvisite in der Gartenarbeitsschule ist nur ein Teil einer Presserundfahrt zu den bildungspolitischen Vorstellungen der Grünen in Berlin. Und ein bisschen soll der Ortstermin natürlich auch die Siegesambitionen für die kommenden Abgeordnetenhauswahlen unterstreichen: Seht her, Renate Künast sät an der Basis, was sie im Herbst ernten will, könnte die Botschaft lauten.

Hat es Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg nicht gerade vorgemacht? Grüne können auf Landesebene gewinnen und möglicherweise sogar die Regierung anführen. Das ist auch das erklärte Ziel Künasts. Nur: Berlin ist nicht der Südwesten der Republik. Eine Senatskoalition unter grüner Führung mit der SPD wird es nicht geben, betonte der Berliner Landesvorsitzende der Sozialdemokraten, Michael Müller, jüngst. Zudem liegen die Grünen hier in Umfragen wieder hinter der SPD. Bliebe die schwarz-grüne Option. Die schließen zwar weder CDU noch Grüne aus, wirklich vorstellbar ist diese Konstellation dennoch nicht.

Einen Automatismus für einen Sieg gibt es für die Berliner Grünen sowieso nicht. Nach holprigem Start für ihre Spitzenkandidatur muss Künast jetzt durch die Mühen der Ebenen. Hinzu kommt, dass sich die Folgen der nuklearen Katastrophe in Japan in der Hauptstadt nicht so auf die Wähler auszuwirken scheinen wie in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz. Offenbar sind für die Berliner auch andere Themen wichtig: Bildung etwa.

Welche Vorstellungen Künast dazu hat, erfährt man bei der Führung durch die Gartenarbeitsschule: Das Lernen der Kinder an der frischen Luft entspricht den Idealen von ökologisch und nachhaltiger Bildung, die der Spitzenkandidatin vorschweben. Dadurch würden sie das Bewusstsein für Stoffe entwickeln. Erlerntes, das sie wiederum gerne mit dem Konzept des »Slow Foods« kombinieren würde. Künast selbst hat für diese Lebensweise heute allerdings wenig Zeit: Schnell ein paar Schluck Kaffee, hastig ein Stück Apfelkuchen im Stehen. Der nächste Termin drängt schon.

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