»Was ist geschehn? Wie seht Ihr aus?«

Kleist-Jahr 2011: »Der zerbrochne Krug« – eine Leseprobe. Szene: Die Gerichtsstube. Erster Auftritt

Lessing sprach wohl auch für Kleist, als er sagte: »Wer wird nicht einen Klopstock loben? Doch wird ihn jeder lesen? – Nein! Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein.«

»Der zerbrochne Krug« am Berliner Ensemble, Regie: Peter Stein, Bühnenbild: Ferdinand Wögenbauer. Unten: Kupferstich nach einem Gemälde von Louis-Philibert Debucourt (»Le juge, ou la cruche cassée«, 1782). Der Stich diente Kleist als Motiv für die Grundsituation seines Stücks. Fotos: Lieberenz, Archiv

Kürzlich schrieb Martin Walser in der »Zeit«: »Wenn in der ›Zeit‹ die Hermannnsschlacht‹ abgedruckt würde, wäre Toleranz bei uns sofort kein Fremdwort mehr«, und: »Wenn unsere Kanzlerin im Parlament ›Penthesilea‹ ungekürzt läse, wär' dieses Land noch zu retten.«

Ach, wenigstens und in sehr loser Folge: Abdruck von Kleist-Texten im ND! Denn: Kleist-Jahr, das ist, nicht nur ÜBER ihn schreiben, sondern IHN lesen.

Zum Beispiel: »Der zerbrochne Krug«, 1808 in Weimar von Goethe ins Debakel hinein inszeniert, ein böser Streich des Alten! Das Lustspiel: Individuum und Staat im tragödischen Konflikt, zumal, wenn das Individuum gleichsam der Staat selber ist – hier der Dorfrichter Adam, der auf der Suche nach Wahrheit mehr und mehr in den eigenen Sündenfall stolpert. Schon der Beginn: grandioser Witz, pointierte Dialoge zwischen gepeinigtem Dorfrichter, der aus verhängnisvoller Nacht erwacht, und dem Schreiber Licht, der lüstern ahnt, wie sein Die...



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