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Die drei Söhne der Navala K.

Eine kurdische Friedensmutter erzählt ihre Geschichte

  • Von Benjamin Hiller
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Im Kurdischen werden sie »Geyriye Dogander« genannt – Friedensmütter. Sie gehören zu denen, die im über 30-jährigen Konflikt zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen Freiheitsbewegung größtes Leid erfahren haben.

Sitzblockade der Friedensmütter

Navala K. stammt aus einem Dorf in der Nähe von Lice in der osttürkischen Provinz Diyarbakir. Als türkisches Militär in den 80er Jahren ihr Dorf stürmte, wurde ihre Schwester auf offener Straße erschossen. Navala floh damals mit ihren drei Söhnen nach Diyarbakir, wie rund 300 000 weitere Kurden aus ländlichen Gebieten.

Karwen, ihr Ältester, wurde wie alle jungen Männer zum zweijährigen Militärdienst einberufen. Nach Hause zurückgekehrt, wurde er prompt verhaftet – wegen »Terrorismus«. »Er ist doch gerade erst vom Militär zurück – an der Seite von euch Türken«, hielt die Mutter den Polizisten entgegen, »wie soll er da Terrorist gewesen sein?«

Der Einwand half nichts: Karwen wurde tagelang in einer der berüchtigten Verhörzellen von Diyarbakir gefoltert, bevor er für mehrere Monate ins Gefängnis gesteckt wurde. Kaum entlassen, sah er sich einer neuen Anklage wegen Terrorismus ausgesetzt – diesmal drohten ihm 15 Jahre Haft. »Ich ge...


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