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Bärendienst für die AU

Die Fälle ähneln sich und sind doch nicht gleich: In Côte d'Ìvoire hat die militärische Intervention der UNO und Frankreichs den laut der ivorischen Wahlkommission abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo so gut wie aus dem Amt gezwungen, in Libyen wird mit dem in Ungnade gefallenen Despoten Muammar al-Gaddafi selbiges versucht – auch wenn die UN-Resolutionen nur dem Schutz der Zivilisten dienen sollen.

Doch während in Libyen die kriegstreibenden Mächte Frankreich, Großbritannien und die USA sämtliche Vermittlungsversuche, ob von Venezuela, der Afrikanischen Union (AU) oder der Türkei, gar nicht auf den Tisch kommen ließen, wurde in Côte d'Ivoire seit November viel versucht, um Gbagbo einen ehrenvollen Abgang zu verschaffen. Die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS und die Afrikanische Union nahmen mehrere Anläufe zur Vermittlung, ohne dass Gbagbo auch nur ansatzweise eine Bereitschaft zum Einlenken zeigte. Selbst Staaten wie Ghana und Südafrika, die vor den Wahlen noch auf Seiten Gbagbos standen, ließen nach der Verkündung des Wahlergebnisses keinen Zweifel daran, dass Gbagbo zugunsten Alassane Ouattaras zu weichen habe. Die AU erwog sogar, im Zweifel mit einer Militärintervention Ouattara an die Macht zu hieven. Das haben nun Frankreich und die UNO übernommen – ohne Zustimmung der AU. So wird eine junge, schwache Institution desavouiert. Ein Bärendienst für künftige Konfliktlösungen auf dem Kontinent.

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