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Silvio Berlusconis schwierigster Prozess

Amtsmissbrauch und Prostitution – Italiens Premier vor Gericht

  • Von Anna Maldini, Rom
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In Mailand beginnt heute der Prozess, in dem Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi wegen Prostitution mit Minderjährigen und Amtsmissbrauch angeklagt ist. Hunderte von Journalisten und Fernsehteams aus der ganzen Welt wollen das Verfahren verfolgen, das – so hat es die Auslosung ergeben – von drei Richterinnen entschieden werden wird.

Der Anklagepunkt »Amtsmissbrauch« erscheint relativ klar. Im Mai vergangenen Jahres hat Silvio Berlusconi im Polizeipräsidium von Mailand angerufen und sein Amt – das des Ministerpräsidenten – geltend gemacht, um Recht zu beugen. Er erklärte, dass das junge Mädchen, das dort wegen Diebstahls festgehalten wurde, die Nichte (oder Enkelin, die italienische Sprache macht da keinen Unterschied) des damals noch amtierenden ägyptischen Staatschefs Mubarak sei, und verlangte ihre Freilassung, um »diplomatische Verwicklungen« zu vermeiden.

Da man eine Minderjährige aber nicht so einfach mitten in der Nacht vor die Tür schicken kann (angemessen wäre die Einweisung in eine betreute Unterkunft gewesen), schickte Berlusconi die Mailänder Regionalabgeordnete Nicole Minetti, um das Mädchen in Empfang zu nehmen. Nur der Hartnäckigkeit der Jugendrichterin, die in jener Nacht Dienst hatte, ist es zu verdanken, dass all das überhaupt ans Licht kam – ...


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