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Der Frevler

Vor 100 Jahren geboren: E. M. Cioran

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
»Ein Gedanke muss befremdlich sein wie die Ruine eines Lächelns.« Die Bücher von E. M. Cioran erscheinen im Suhrkamp Verlag.

Soeben veröffentlichte Suhrkamp frühe Korrespondenzen und Essays, »Über Deutschland«, Erkundungen, Bekundungen aus dem Frühling der Nazis. Furchtbarer jakobinischer Schwärmerschmalz. Unsägliche Faschismusemphase. Emile M. Cioran als Apologet einer Mörderkaste; Hitler als neuer Vater Unser einer sich im Bösen reinigen Welt.

Liest man im Gesamtwerk dieses später weltbekannten französischen Schriftstellers, kommt es einem nunmehr vor wie ein verstärkter Fluch des Autors wider sich selbst. Als habe er unvergesslich vom Grauen- wie Ekelhaften einer geistigen, politischen, moralischen Verirrung gekostet. Als könne er seiner Scham fortan nur den Ausdruck vervielfachter Bosheit geben, um sie einigermaßen glaubhaft zu machen.

Er war ein Philosoph ungeweinter Tränen: E. M. Cioran, Essayist und Aphoristiker, 1911 im karpatischen Transsylvanien als Sohn eines orthodoxen Priesters geboren. 1995 starb er in Paris. Diese Stadt wurde ihm die einzige Hei...


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