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Teure Wasserspiele

In Sachsen-Anhalt sprudeln die Stadtbrunnen ohne Bürgerspenden immer seltener

  • Von Dagny Rößler, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.
Springbrunnen sind eine willkommene Abwechslung im Stadtbild. Immer häufiger bleiben sie aber trocken, weil den Kommunen das Geld für den recht teuren Unterhalt der Anlagen fehlt. Auch in Sachsen-Anhalt.

Magdeburg. Die Springbrunnen in Sachsen-Anhalt sprudeln immer seltener. Bevor den Wasserspielen der Hahn abgedreht wird, übernehmen unterdessen in den Städten immer häufiger Brunnenpaten einen Teil der Kosten etwa für Strom, Wasser und Abwasser. Dies ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. »Die Städte haben durch zu wenig Steuereinnahmen extrem wenig Geld und müssen immer häufiger auf private Sponsoren zurückgreifen«, sagte Jürgen Leindecker, Landesgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes. Wasserspiele seien aber unverzichtbar, da sie das Bild einer Stadt prägen und dazu beitragen, dass sich Menschen wohlfühlen.

»Springbrunnen beleben den urbanen Raum«, sagte er mit Blick auf die Attraktivität von Kommunen. Der Aufwand, Wasserspiele zu unterhalten, sei aber deutlich höher als zum Beispiel Bänke aufzustellen, auf denen Menschen eine Pause machen können. Mit Beginn des Frühlings zieht es zwischen Arendsee und Zeitz Jung und Alt nach draußen, so auch in Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld). »Die Brunnen sprudeln schon«, sagte Stadtsprecherin Waltraud Siersleben.

Auf dem Trockenen

Die Brunnensaison beginne in der Bach-Stadt pünktlich zum Geburtstag des Komponisten Johann Sebastian Bach, der hier Hofkapellmeister war, am 21. März und dauere bis zum 31. Oktober. Rund 21 400 Euro lässt die Stadt sich den Betrieb der Springbrunnen im Jahr kosten.

Hingegen droht in anderen Kommunen einigen Wasserspielen die Abschaltung. Ein Sprecher der Stadt Dessau-Roßlau verweist mit Blick auf den Brunnenbetrieb auf die angespannte Haushaltslage der Bauhausstadt. Bereits seit mehr als drei Jahren helfen in Magdeburg Sponsoren bei der Finanzierung der Betriebskosten aus. »Ohne diese Förderung wäre der Wasserfluss in den Brunnen schon in den vergangenen Jahren versiegt«, teilte Stadtsprecherin Cornelia Poenicke mit. Mit Hilfe des privaten Engagements seien bisher 16 500 Euro zusammengekommen, weitere 18 500 Euro werden in der Landeshauptstadt aber benötigt, um alle 33 Brunnenanlagen am Sprudeln zu halten. Sonst bleiben Wasserspiele wie im Stadtteil Herrenkrug, der Brunnen »Die Badende« im Norden der Stadt oder gar der »Schneckenbrunnen« im Zentrum auf dem Trockenen.

60 Meter in die Höhe

Auch in Halle läuft eine Initiative, die Brunnen-Patenschaften knüpfen soll. Die 39 Wasserspiele der Stadt verursachen im Jahr Kosten in Höhe von 90 000 Euro – allein für Wasser, Abwasser und Strom, wie Sprecherin Ria Steppan mitteilte.

Für die Wasserfontäne auf der Peißnitzinsel, deren Strahl zu besonderen Anlässen bis zu 60 Meter in die Höhe steigt, hat sich ein Freundeskreis gefunden. Dieser setzte sich für den Erhalt der markanten Anlage in dem Naherholungsgebiet ein. Damit die Fontäne öfter sprudeln kann, suchen die Hallenser nach Verbündeten etwa bei Unternehmen.

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