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Atomkraftwerke einsparen

Studie zeigt Potenziale der Energieeffizienz

  • Von Felix Werdermann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Es ist wirtschaftlich, sicher und umweltfreundlich: Durch Stromsparen ließen sich in Deutschland bis zum Jahr 2020 mindestens neun Atomkraftwerke überflüssig machen.

Nach dem Atomunfall in Japan wird auch in Deutschland über einen schnelleren Atomausstieg diskutiert. Da rechnet sich auch die vor Kurzem gegründete Energieeffizienz-Lobby Deneff Chancen aus: Gestern legte sie einen Vorschlag für ein 10-Punkte-Sofortprogramm vor, mit dem der Atomausstieg schnell und wirtschaftlich zu machen sei. In dem Branchenverband Deneff sind Unternehmen zusammengeschlossen, die etwa Gebäude sanieren oder energiesparende Geräte vermarkten – sie profitieren also von Energieeffizienz-Maßnahmen.

Abschalten durch Sparmaßnahmen

Mit dem Sofortprogramm sollen bis 2020 insgesamt 68,3 Terawattstunden Strom pro Jahr eingespart werden, so könnten neun Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Durch bereits beschlossene Sparmaßnahmen würden es noch 13 Terawattstunden weniger, das entspricht der Produktion von zwei weiteren Reaktoren.

Die Vorteile eines solchen Einsparprogramms liegen auf der Hand: »Energieeffizienz ist die sauberste, billigste und sicherste Energiequelle«, sagt Carsten Müller, Vorstandsvorsitzender der Deneff. Einsparungen produzieren weder Treibhausgase noch Atommüll, lohnen sich meist wirtschaftlich, und lassen sich innerhalb kurzer Zeit umsetzen. Außerdem muss Deutschland weniger Strom importieren – oder kann mehr exportieren. Seit Jahren liefern deutsche Kraftwerke Strom in das Ausland; deswegen sind auch keine Lichter ausgegangen, als vor Kurzem die ältesten Atomkraftwerke abgeschaltet wurden.

Der Abbau dieser Überkapazitäten spielt auch in den meisten Atomausstiegsszenarien eine Rolle – zusammen mit dem Ausbau der regenerativen Energien. »Wir vermissen im Moment noch etwas, dass der Bereich Energieeffizienz genauso forciert wird«, sagt Deneff-Vorsitzender Müller. Gefragt sei eine »sinnvolle Kombination aus Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz«.

Das Problem an Effizienz-Maßnahmen: Oft soll der Staat Geld hinzuschießen. Die größten Stromeinsparungen werden im vorgeschlagenen Sofortprogramm durch einen Energieeffizienzfonds erreicht, aus dem energiesparende Geräte wie Pumpen oder Motoren gefördert werden sollen. Dafür seien 562 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln nötig. Im Wärmebereich soll der Staat sogar mit fünf Milliarden Euro finanzielle Anreize setzen. Insgesamt würde das Deneff-Sofortprogramm den Steuerzahler knapp sieben Milliarden Euro pro Jahr kosten. Privatpersonen und Unternehmen würden beinahe fünf Milliarden Euro mehr investieren als sonst, somit lägen die Gesamtkosten bei fast zwölf Milliarden Euro. An Energiekosten würden jedoch 19,3 Milliarden Euro eingespart, also mehr als das Anderthalbfache.

Stabile Förderung notwendig

In der Vergangenheit seien ähnliche Vorschläge je nach Haushaltslage nicht oder nur teilweise umgesetzt worden, erklärt Stefan Thomas vom Wuppertal Institut. Entsprechende Förderprogramme seien »immer abhängig vom Bundeshaushalt gewesen und das ist fatal«. Anders bei der Förderung von erneuerbarem Strom: Dort zahlt nicht der Staat, sondern die Energiewirtschaft. Die Zuschüsse für Strom aus Wind, Sonne oder Wasser werden auf die Unternehmen umgelegt – und die wiederum geben die Kosten an die Kunden weiter. Die Förderung ist so langfristig gesichert, das begünstigt Investitionen. Thomas wünscht sich solche »stabilen Rahmenbedingungen« auch für die Energieeffizienz.

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