Versteck unter der Schule

Der frühere Atombunker der rheinland-pfälzischen Landesregierung kann besichtigt werden

  • Von Andrea Löbbecke, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Im atomaren Krisenfall wäre Rheinland-Pfalz von Alzey aus regiert worden. Rund 35 Kilometer entfernt von Mainz, unter einer Schule richtete sich die Landesregierung ihren Bunker ein. Das Ausweichquartier ist seit 1989 außer Betrieb – und öffnet am 21. Mai seine Türen erstmals für die Öffentlichkeit.

Alzey. Hinter der unscheinbaren Stahltür im Hof des Alzeyer Aufbaugymnasiums verbirgt sich ein Zeittunnel. Der schmale Gang führt nach zwei Biegungen in den ehemaligen Schutzbunker der rheinland-pfälzischen Landesregierung – und Besucher zurück in die Zeiten des Kalten Krieges. Bei einem drohenden Atomschlag oder gar im Ernstfall sollten die Amtsgeschäfte von hier unten weitergeführt werden.

Mehr als 20 Jahre nach der letzten streng geheimen Übung sollen die Stahltüren am 21. und 22. Mai erstmals für die Öffentlichkeit aufgeschlossen werden. Das Konzept für die Führungen hat Bunker-Experte Jörg Diester ausgearbeitet, der unter anderem das Dokumentationszentrum am ehemaligen Bunker der Bundesregierung in Ahrweiler mitinitiiert hat.

Weltkrieg alle zwei Jahre

Das zweistöckige Ausweichquartier der Landesverwaltung entstand in den Jahren 1979 bis 1981 unter der Schulturnhalle. Nach den Vorgaben der NATO mussten sich auch regionale Re...


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