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Aufsteiger gegen Titelsammler

Eishockey: Wolfsburg empfängt heute die Eisbären zum ersten Finalspiel

  • Von Carsten Lappe, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Der »falsche« Finalgegner für Liga-Primus Wolfsburg sorgt im »Bärenduell« um die deutsche Eishockey-Meisterschaft für unerwartete Spannung. Statt Lieblingskontrahent Düsseldorf, den die Grizzlies achtmal nacheinander niederrangen, muss der souveräne Vorrunden-Meister gegen die Berliner Eisbären antreten. »Wir haben zuletzt kaum etwas gegen die Eisbären geholt. Wir wissen, dass wir nicht gut ausgesehen haben gegen Berlin. Diese Rolle nehmen wir an«, sagte Wolfsburgs Trainer Pavel Gross vor dem heutigen ersten der maximal fünf Endspiele.

Mit großer Effektivität räumte der Vorrundenerste in den Play-offs Köln und Krefeld aus dem Weg und zog ohne Niederlage zum ersten Mal ins Finale ein. Doch gegen die Eisbären dürfte Wolfsburg erstmals gefordert werden. Acht Niederlagen in Serie setzte es zuletzt. Von 20 DEL-Spielen gewann Wolfsburg vier. Gross kommentierte die Bilanz trotzig: »Die Vergangenheit interessiert nicht.«

Zwar zeigte das bislang stärkste DEL-Team keine Schwäche, doch im Titelkampf ist der Emporkömmling unerfahren. Darauf setzen auch die Eisbären, die vier Titel seit 2005 sammelten. »Man hat im Halbfinale gegen Düsseldorf gesehen, welche Rolle es spielen kann, wenn man einige Spieler mit großer Erfahrung in seinen Reihen hat«, sagte Berlins Routinier Sven Felski, einer von 17 Meisterspielern im aktuellen Eisbären-Kader.

Auch in Sachen Fan-Unterstützung sehen sich die Berliner, die im zweiten Spiel Heimrecht haben und zu Hause vor mehr als 14 000 Zuschauern spielen, im Vorteil. Bei den weniger euphorischen Wolfsburger Fans herrscht im Allerpark vor meist gut 3000 Zuschauern oft eine Atmosphäre wie in einer Mehrzweckhalle. Felski hofft, dass bereits im ersten Finale viele Eisbären-Fans die gut einstündige Zugfahrt nach Wolfsburg antreten und »eine Art Heimspielatmosphäre für uns erzeugen können«.

Eisbären-Coach Don Jackson warnt seine Spieler dagegen vor dem effizienten Spiel der Niedersachsen und deren Torschützen: »Ich erwarte eine harte Serie. Wir müssen in erster Linie auf die Sturmreihe mit Ken Magowan aufpassen.« Der Kanadier erzielte mit neun Toren die meisten Play-off-Treffer. Magowan versprach, »alles zu versuchen«, um Meister zu werden. Für ihn wäre es ein triumphaler Abschied. Magowan wechselt im Sommer zu Adler Mannheim und soll den Umbruch beim inzwischen chronisch erfolglosen Ex-Meister mitgestalten.

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