Vom Leben in der Petrischale

Erste Lesung von Gesetzentwürfen zur Präimplantationsdiagnostik im Bundestag

  • Von Regina Stötzel
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Vom Recht der Frau auf Selbstbestimmung über die Gefahr des Strebens nach »Designerkindern« bis zur Erinnerung an die sogenannten Euthanasieprogramme im Nationalsozialismus: Die Argumente für und wider die Präimplantationsdiagnostik sind mannigfaltig. Gestern hat der Bundestag über die vorliegenden Gesetzentwürfe beraten.

Debatten ohne Fraktionsdisziplin lassen erahnen, wie Demokratie auch aussehen könnte: Informierte Menschen mit eigenen Meinungen versuchen, sich gegenseitig mit Argumenten zu überzeugen und hören einander zu, statt sich entlang der Parteilinien zu verhöhnen oder mit gespielt empörten Zwischenrufen Eingang ins Sitzungsprotokoll zu finden. Die Präimplantationsdiagnostik (PID) gehört zu den seltenen Themen, bei denen die Abgeordneten, ganz wie es das Grundgesetz will, allein nach ihrem Gewissen entscheiden dürfen.

»Es geht um Menschen in großer Not«, sagt Ulrike Flach (FDP). Sie und weitere 214 Parlamentarier nehmen für sich in Anspruch, Paaren mit dem Wunsch nach Kindern zu helfen – Paaren, die aufgrund von genetischen Diagnosen die Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder mit einer Tot- oder Fehlgeburt rechnen müssen.

PID auf Antrag

Diese erhielten nach dem Gesetzentwurf von Flach und ihren Mitstr...


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