Der tragische Fall Goldstone

Mitglieder der Untersuchungskommission zum Gaza-Krieg sehen keinen Grund für Korrekturen

  • Von Norman Paech
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der südafrikanische Richter Richard Goldstone ist nach seinen Äußerungen, der Bericht zum Gaza-Krieg 2008/2009 wäre heute anders ausgefallen, auf Kritik der drei Mitautoren gestoßen. In dem sogenannten Goldstone-Bericht waren sowohl Israel als auch die palästinensische Hamas beschuldigt worden, Kriegsverbrechen und möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Unser Autor, Völkerrechtler und früherer Bundestagsabgeordneter der LINKEN, hat die Entwicklung verfolgt.

Man kann seinen Ruf auf verschiedene Weise ruinieren. Käuflichkeit oder Betrug sind in der Politik ebenso verbreitet wie in der Wissenschaft. Der Betrug scheint die größere Sünde zu sein, sie kann mitunter den Job kosten. Die Käuflichkeit hingegen ist – ähnlich wie die Prostitution – zwar nicht fein, aber offensichtlich notwendig und daher legal. Richter Richard Goldstone ist in eine dritte Ruffalle getappt, er hat abgeschworen. Er hat die Ergebnisse seiner mühevollen und unter erheblichem äußeren Druck erstellten Arbeit widerrufen, ohne klar machen zu können, dass er sich geirrt habe oder nicht bei Sinnen gewesen sei. Hat ihm die zionistische Inquisition den Scheiterhaufen angedroht wie 1632 die päpstliche Inquisition dem Galileo Galilei? Dieser konnte sein Leben durch Abschwören retten und handelte sich lebenslange Kerkerhaft ein.

Knapp 400 Jahre später geht es nicht mehr um die physische, wohl aber die intellektuelle Existenz Gol...


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