Eine bildungspolitische Zeitenwende

Die 47 speziellen Förderschulen für lernbehinderte Kinder sollen abgeschafft werden

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Das von Reformen immer wieder geschüttelte brandenburgische Bildungswesen steht erneut vor einer einschneidenden Wende. Am Ende soll es keine der jetzt noch 47 Förderschulen für lernbehinderte Kinder mehr geben, weil alle Kinder in eine gemeinsame Schule gehen.

Bildungsministerin Martina Münch (SPD) ist sich bewusst, dass sie bei diesem Vorhaben sehr dicke Bretter bohren muss. Mit dem Plan leite Brandenburg die »Abkehr von einer bildungspolitischen Tradition« ein, sagte sie gestern. Die in Deutschland vorherrschende Normierung und die Beschulung in homogenen Gruppen habe sich überlebt. Die von ihr angestrebte Inklusionsschule setze einen »Mentalitätswechsel« bei Lehrern und Eltern voraus.

»Andere Länder sind schon viel weiter«, sagte sie und verwies auf Nationen wie Italien, Schweden und Norwegen, wo annähernd alle Kinder in gemeinsamen Klassen unterrichtet werden. Dort gebe es kein Verständnis für die Aussondierungspolitik in Deutschlan...


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