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Bildungsrauschen

Hochschulpolitik im Ländle

In Baden-Württemberg sollen Studiengebühren gestrichen und Hochschulräte, über die derzeit die Wirtschaft Einfluss auf die Wissenschaft nimmt, abgeschafft werden. Diese demokratische Strukturänderungen plant die grün-rote Landespolitik. Die Meinungen im Netz gehen auseinander.

bullermann kommentiert »Tschüss Bezahlstudium« auf www.spiegel.de/unispiegel/studium vom 27. April 2011. Gebührenfreiheit sei »ein falsches Zeichen. Man schaue sich den Facharbeitermangel an, den Mangel an praktisch erfahrenen Ingenieuren, da wird ein kostenfreies Studium eher weitere Probleme schüren. (…) Auch wenn der Spruch alt und abgeklatscht ist aber ›Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre‹. Die meisten Studenten haben das kapiert.«

curt meint zu »Grün-Rot will Studiengebühren abschaffen« vom 25. April 2011 auf www.welt.de/politik/deutschland: »was besseres hätte gar nicht passieren können. BW mag verloren sein. aber den bürgern der anderen bundesländer werden die augen aufgehen, wenn sie die umerziehungsarbeit der grünen dort beobachten können. dann wird es heißen: nie wieder rot-grün.« Alex wütet: »Fahrt das Bildungssystem in BW nur voll an die Wand, ihr grün-roten Nullkönner. Eine Legislaturperiode wird wahrscheinlich ausreichen, um BW in die Steinzeit zurückzuversetzen.«

Ähnliches denkt Switzerland zu »Hochschulpolitik. Was Rot-Grün in Baden-Württemberg mit den Unis vor hat« vom 29. April 2011 auf www.zeit.de/wissen/2011-04/baden-wuerttemberg: »Das Land geht den Bach runter. Auf diese Weise kann man sich bildungsmäßig so richtig ins Abseits manövrieren. So schlecht können die Unis in Baden-Württemberg doch nicht sein, dass daran experimentiert werden muss. Nicht umsonst befinden sich 4 von 9 Deutschen Eliteunis in Baden-Württemberg.«

»Einer der größten Fehler der CDU-Regierung in Baden-Württemberg war, das Modell einer AG, wie Daimler-Benz oder einer GmbH wie Robert Bosch, auf die Institution Hochschule zu übertragen«, antwortet Emiljohann, denn »eigentlich haben die vorhanden Gremien, die am Demokratiemodell und an der Idee der Selbstorganisation angelehnt waren, sehr gut funktioniert. (…) Man hat ohne Not die Hochschulen vom 21 Jahrhundert auf die Entwicklungsstufe des 12. Jahrhunderts (damals waren es Aufsichtsräte von der Kirche) zurückversetzt. Es ist ein Segen zu lesen, dass man ernsthaft daran denkt, die Hochschulen wieder ins 21. Jahrhundert zu beamen. Eliten gibt es auch in China, gab es in der ehem. Sowjetunion und gibt es sicher auch in Nordkorea.«

Dr. Opto findet: »Bildung sollte komplett frei sein. So naiv das klingt, dadurch kann jeder studieren, wir können aus einem größeren Reservoir an Menschen schöpfen und der volkswirtschaftliche Nutzen ist höher.«

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