Unvergessen – und noch immer ungestraft

Gedenken an Opfer von Massakern der SS in Italien von Wut über nicht bestrafte Täter geprägt

  • Von Katja Herzberg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Zehn Angehörige der Waffen-SS können trotz ihrer Verurteilung in Italien frei in Deutschland leben. Überlebende des Massakers von Sant'Anna di Stazzema fordern weiterhin die Bestrafung der Täter. Für Hoffnung sorgt der Regierungswechsel in Baden-Württemberg, wo die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen leitet.

An einem Sommertag im August 1944 verlor der Italiener Enrico Pieri seine gesamte Familie. SS-Einheiten kamen in sein Heimatdorf Sant'Anna di Stazzema in der Toskana, ermordeten mehr als 500 Einwohner und zündeten ihre Häuser an. Pieri überlebte nur, weil er sich im Garten verstecken konnte. »Ich war noch ein Kind von erst zehn Jahren, aber wusste schon, was Krieg ist.« Bis heute kämpft der 77-Jährige dafür, dass die Täter bestraft werden.

Als Zeitzeuge erzählt Pieri seine Geschichte. Doch dieses Mal ist es etwas besonderes. Erst zum zweiten Mal in seinem Leben ist Pieri nach Deutschland gekommen. Bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Tages der Befreiung am 8. Mai erinnerten in Berlin lebende Italiener und sich für Italien interessierende Deutsche am Wochenende in der Volkshochschule in Berlin-Charlottenburg an dieses dunkle Kapitel der deutsch-italienischen Geschichte. Denn bis heute sind die Täter des Massakers von Sant'Anna di...

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