Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Tunesien in Uganda

Kommentar von Mattes Dellbrück

Seit 25 Jahren hat Yoweri Museveni in Uganda die Macht und ließ die Verfassung ändern, damit das bis zum Ende seiner Tage so bleiben möge. Am Donnerstag wurde er für fünf weitere Jahre vereidigt. Die Wahlkommission hatte den einstigen Guerillaführer mit 68 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger erklärt, doch beklagte die Opposition umgehend Stimmenkauf und Einschüchterung. Wie wenig Museveni selbst an diese Mehrheit glaubt, zeigt sich seitdem. Bei Kundgebungen wurden mindestens neun Menschen getötet; gestern beherrschte ein Großaufgebot von Polizei und Militär die Straßen der Hauptstadt Kampala, um Proteste schon im Keim zu ersticken. Erst kurz vor der Vereidigung durfte Oppositionsführer Kizza Besigye, der wichtigste innenpolitische Rivale Musevenis, in seine Heimat zurückkehren. Er war bei einer Demonstration gegen die Regierung verletzt und in Kenia behandelt worden. Doch er will weitermachen und den Widerstand gegen die drastisch gestiegenen Lebenshaltungskosten verstärken. Die gestrigen Festlichkeiten sollen das ausgepowerte Land über eine Million Dollar kosten. Kein Wunder, dass Besigyes Ankündigung, Uganda in ein zweites Tunesien zu verwandeln, immer mehr Unterstützung findet – und einen der dienstältesten afrikanischen Herrscher immer nervöser werden lässt.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln