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Zeitzeugnisse »Für die, die nach uns kommen«

In Frankfurt (Oder) hat ein Zirkel schreibender Nicht-mehr-Arbeiter eine kleine Bibliothek von Minibüchern geschaffen

  • Von Gabriele Oertel
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.
Der 90-jährige Gerhard Stockenberg (vorn) gehört zu Erik Rohrbachs Autorenstamm für Miniaturbücher, in denen Frauen und Männer aus Frankfurt an der Oder ihre Lebenserinnerungen aufschreiben. Rohrbach (hinten), der selbst bereits 39 solcher kleinen Lebenshilfen verfasst hat, animierte mit dem Aufruf »Greif zur Feder, Genosse!« zahlreiche kritische Zeitgeister zum Schreiben. Stockenberg erhielt am 1. Mai zum traditionellen Brückenfest der Linkspartei in der deutsch-polnischen Grenzstadt die »Rote Feder« verliehen. e-mail: erik.rohrbach@t-online.de

Bei Familie Senst stehen sie in Reih' und Glied, bei Rohrbachs türmen sie sich schon munter übereinander – und vermutlich sind sie bei noch manch anderem in Frankfurt an der Oder zu finden: Die roten, blauen, grünen und gelben Minibücher mit der Goldschrift auf dem Rücken. Aber es ist nicht Sammelleidenschaft für das nicht ganz so Gebräuchliche schlechthin, wegen der die kleine Bibliothek ihren Ehrenplatz überm Sofa oder in der Schrankwand gefunden hat. Man muss nur die Autorennamen lesen, um den Stolz ihrer Besitzer zu verstehen. Die 9,5 mal 9,5 Zentimeter großen »Werke« haben sie nämlich selbst geschrieben. Seit Erik Rohrbach – zu DDR-Zeiten FDJ- und SED-Funktionär, zu Wendezeiten Versicherungsverkäufer und heute Vizekreisvorsitzender der Linkspartei – die Bewegung »Greift zur Feder, Genossen!« Ende 2007 ins Leben gerufen hat, ist im Frankfurter Kosmonautenviertel so etwas wie die Schreibwut ausgebrochen. Oder zumindest eine Hemmschw...


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