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Eine Milliarde Euro für neue Elektroautos

Merkel: Deutschland zum Leitanbieter machen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Deutschland zum führenden Markt für Elektroautos machen. Elektromobilität sei »die Chance, unabhängig vom Öl zu werden«. Laut einem Bericht der »Welt am Sonntag« plant die Bundesregierung Steuererleichterungen für die Halter von Elektroautos, aber keine Kaufprämien, wie sie Grünen-Fraktionschefin Renate Künast fordert.

Berlin (Agenturen/ND). Wirtschaftsexperten äußerten sich indes skeptisch über die Zukunft des Elektroautos. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel räumte ein, es werde wegen der Konkurrenz vor allem in Asien nicht ganz einfach sein, Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter bei der Elektromobilität zu machen. »Aber wir glauben, dass wir an die herausragenden Fähigkeiten unserer Hersteller im Bereich des Automobilbaus anknüpfen können«, sagte die Kanzlerin in einer Videobotschaft.

Nach Informationen der »Welt am Sonntag« will die schwarz-gelbe Regierung allein in den kommenden zwei Jahren eine Milliarde Euro bereitstellen, um vor allem die Grundlagenforschung voranzutreiben. Geplant seien neben Steuererleichterungen auch »nichtmonetäre Anreize« wie die Nutzung spezieller Fahrspuren oder Sonderparkplätze. Direkte Kaufprämien sind dem Bericht zufolge nicht vorgesehen.

Am heutigen Montag will die Nationale Plattform Elektromobilität der Kanzlerin ihren zweiten Bericht übergeben. Sie werde mit den Vertretern von Wissenschaft, Industrie und Politik darüber diskutieren, welche weiteren Schritte notwendig seien, sagte Merkel. Ziel der Bundesregierung sei, »dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen im Einsatz sind«. Bis 2030 könnten es sechs Millionen Fahrzeuge sein.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast schlug die Einführung einer Kaufprämie von 5000 Euro für Elektroautos vor. Elektromobilität sei mehr als nur eine neue Antriebstechnologie, sondern schaffe zukunftsfähige Industriearbeitsplätze. Damit würden auch die Weichen für »moderne und klimafreundliche Mobilität« geschaffen. Es gehe um Gesamtlösungen. Das Elektroauto der Zukunft könne mit anderen Verkehrsmitteln, mit dem Stromnetz als Speicher für Erneuerbare Energien und mit dem Internet für die Abrechnung des Stroms vernetzt werden.

Der stellvertretende Allianz-pro Schiene-Vorsitzende Michael Ziesak bemängelte, dass Vergünstigungen für Elektroautos gewährt werden sollen, ohne dass dies tatsächlich an hohe Umweltstandards gekoppelt werde. »Ein Elektroauto ist nicht per se umweltfreundlich«, erklärte Ziesak.

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