Berliner gebärden anders als Hamburger

Hochschule Magdeburg-Stendal baut Deutschlands erste Bibliothek für die Gehörlosensprache DGS auf

  • Von Uwe Kraus, Magdeburg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Für gehörlose Menschen ist die Gebärdensprache das wichtigste Mittel zur Kommunikation. Mit der politischen Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache (DGS) im Jahr 2002 wurde es auch möglich, mit Behörden in Gebärdensprache zu kommunizieren. Was aber nach wie vor fehlt, ist ein Gebärdenlexikon. Immerhin wird an der Fachhochschule Magdeburg-Stendal gegenwärtig eine digitalisierte Bibliothek für Gebärdensprache aufgebaut, die erste in Deutschland. Sie würde Gebärdensprachdaten zusammenfassen, auswertbar machen.

»Bei fast allem, was ich anfasse, betrete ich Neuland. Alle sind interessiert, denn mit unserem Fachgebiet befassen sich so wenig Wissenschaftler, dass es jeden nach Austausch drängt«, beschreibt Martje Hansen freudig das, was ihr bei ihren Arbeiten zur deutschen Gebärdensprache widerfährt. Sie erforscht die Deutsche Gebärdensprache (DGS) an der Hochschule Magdeburg-Stendal und beschäftigt sich dabei in erster Linie mit der Textlinguistik. »Es geht darum, die sprachlichen Merkmale von Textsorten in der Gebärdensprache zu bestimmen. Darüber gibt es noch keine Erkenntnisse«, erklärt sie.

Dazu besitzt man an der Hochschule einen ganz besonderen Fundus: Videos. Darauf hat Professor Jens Heßmann die flüchtige Gebärdensprache aufgezeichnet. Meterweise stehen die Videokassetten derzeit noch in den Regalen der Wissenschaftler. Doch gegenwärtig werden sie digitalisiert und könnten künftig eine Bibliothek bilden, wie es sie hierzulande noch n...


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