Bildnerische Brachialität

Die Berlinische Galerie ehrt den Maler Reiner Fetting mit einer umfangreichen Werkschau

  • Von Anita Wünschmann
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Baustelle Friedrichstadtpassage, 1993

Reiner Fetting ist ein Berliner, geboren 1949 in Wilhelmshaven. Mit vitaler Bildmacht gibt er von seiner Leidenschaft Kunde, von Künstlerfreunden, Großstadtszenen, dem Existenzwandel der einstigen Mauerstadt. Auf seinen Berlinbildern fehlt selten der Fernsehturm. Man findet die Kräne der neunziger Jahre, als der Potsdamer Platz und die Friedrichstraße zur größten Baustelle Europas avancierten. Die Mauer als beherrschendes Symbol schlängelt sich durch die Bildwelt des Künstlers wie einst durch die Stadt. Dabei lädt Rainer Fetting seine Gemälde mit energetischen Farbflächen auf: Blau-violett, Rot oder so reichlich Orange, dass man sich malerische Exzesse erdenken darf.

Berlin entwickelte in eigener Intensität ästhetische Zerreißproben zwischen Abstraktion und Figuration. Es produzierte nicht nur territoriale Polaritäten, sondern bot Künstlern genug Reibung an wechselnden Kunstverdikten und Stilen. Rainer Fetting gehört zu jenen, die g...

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