Werbung

CSU und Merkel für Atomausstieg bis 2022

Nur noch vier AKW am Netz / Versorgungsengpässe befürchtet

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die CSU hat sich beim Atomausstieg auf das Zieldatum 2022 festgelegt. Kanzlerin Merkel visiert ebenfalls diesen Zeitraum an. Seit dem Wochenende vorsorgen nur noch vier der 17 deutschen AKW die Bürger mit Strom.

Berlin/Andechs (dpa/ND). Nach der CSU peilt auch Kanzlerin Angela Merkel einen Atomausstieg um das Jahr 2022 herum an. Die CDU-Chefin begrüßte die entsprechende Festlegung der Schwesterpartei. Sie sprach am Samstag bei einer CSU-Klausur in Bayern vom »richtigen Zeitraum«, ließ aber eine konkrete Jahreszahl offen. Die Kanzlerin will erst die Ergebnisse der Ethikkommission abwarten. Unterdessen gibt es Sorge, dass die vorübergehende Abschaltung eines Großteils der 17 deutschen Atomkraftwerke die Stromversorgung gefährden könnte.

Für rund eine Woche liefern nur noch vier der 17 Atommeiler Strom. Neben den im Rahmen des Atommoratoriums stillstehenden acht AKW und vier weiteren wegen Wartungsarbeiten abgeschalteten Anlagen wurde am Wochenende auch das RWE-Kernkraftwerk Emsland bei Lingen für drei Wochen vom Netz genommen.

Nach Einschätzung des energiepolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion, Klaus Breil, könnte es zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen. »Die Lage ist sehr angespannt«, sagte er. »Wenn die Wetterlage nicht mitspielt und wenn der Bedarf besonders hoch ist, kann es sein, dass es knapp wird.« Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, beruhigte aber: »Die Lage ist kritisch, aber dennoch beherrschbar.« Zudem liege der Stromverbrauch derzeit nicht auf Spitzenniveau. Mit viel Sonnenschein könne viel Solarenergie produziert werden, sagte Kurth.

Unterdessen diskutiert die Politik über den richtigen Zeitpunkt für einen Atomausstieg. Am Freitagabend hatte die CSU als erste der drei Berliner Koalitionsparteien ein konkretes Datum gesetzt – das Jahr 2022. Parteichef Horst Seehofer setzte sich damit gegen die Gegner eines schnellen Atomausstiegs in der CSU durch. Die Kritiker des schnellen Ausstiegs argumentieren mit der Befürchtung steigender Strompreise und sinkender Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Skepsis gibt es auch beim Wirtschaftsflügel der Union.

SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel warf der schwarz-gelben Bundesregierung Konzeptionslosigkeit beim Atomausstieg vor. Die Festlegung der CSU auf ein Ausstiegsdatum bis 2022 zeige das »Zielinferno« in der Union, sagte Gabriel: »Die Bundesregierung ist völlig zerstritten.« Gabriel unterstrich, dass die SPD ein Abschalten aller Kernkraftwerke in Deutschland zwischen 2015 und 2020 für möglich halte.

LINKE-Chefin Gesine Lötzsch forderte einen Atomausstieg schon bis 2014. Die Grünen warfen Merkel vor, in der Atomausstiegs-Debatte »einen Schritt vor anzudeuten und drei zurück zu marschieren«. Fraktionschef Jürgen Trittin sagte: »Ein Atomausstieg 2022 möglichst mit Revisionsklauseln ist nichts weiter als das Bemühen, sich doch noch eine Hintertür offenzuhalten. Das werden wir ihr nicht durchgehen lassen.« Ein konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien und der Infrastruktur ließe technisch und auch rechtlich einen Ausstieg bis spätestens 2017 zu. »Schon jetzt zeigt sich: Nur noch vier AKW in Deutschland laufen – und der Weltuntergang findet nicht statt.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen