Die RAF lebt fort – im Zweifel

Neues Buch zu den Selbstmorden in Stuttgart-Stammheim

  • Von Annette Hauschild
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Das Geheimnisumwitterte findet immer Interesse. Und geheimnisumwittert ist der Tod der Führungsleute der Rote-Armee-Fraktion (RAF) Baader, Ensslin und Raspe am 18. Oktober 1977 in der Haftanstalt Stuttgart-Stammheim noch immer.

Helge Lehmann hat mit »Die Todesnacht in Stammheim. Eine Untersuchung. Indizienprozess gegen die staatsoffizielle Darstellung und das Todesermittlungsverfahren« ein ungewöhnliches und zugleich spannendes Sachbuch vorgelegt. Es geht um die offiziell als Selbstmord deklarierten, von vielen aber als Mord angesehenen Todesfälle der RAF-Mitglieder Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe und Andreas Baader vor über drei Jahrzehnten in der Haftanstalt Stuttgart-Stammheim.

Der Autor demontiert die zentralen Punkte des Todesermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft - den angeblichen Waffenschmuggel in den Handakten, die Möglichkeiten für Waffenverstecke in den Zellen, die Möglichkeit, mit dem selbst gebauten Kommunikationssystem Nachrichten zu übermitteln. Und er fragt auch, wie es sein kann, dass keiner der Mithäftlinge oder ein Beamter der Justizvollzugsanstalt in jener Nacht Schüsse gehört haben will.

Lehmann fördert ein reichhaltiges Akten-...

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