Werbung

Wiederaufführung

Kommentar von René Heilig

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das ist großes deutsches Theater! »Die Reform«, das Stück, das vor ein paar Wochen kaum noch jemand anschauen wollte, feiert Auferstehung. Am Text ist kaum etwas geändert, dennoch scheint die Inszenierung neu. Man hat das Boulevardhafte zurückgenommen, jetzt schimmert »Sein oder Nicht-Sein« durch. Statt eines Vorabend-Soap-Strahlemannes hat man nun mit Thomas de Maizière einen Mimen verpflichtet, der Seriosität, Ehrlichkeit und Bescheidenheit verkörpert. So kann er Dinge deklamieren, für die ein noch größerer Hofschauspieler – Köhler war wohl sein Name – vor einem Jahr die Bühne vom Schloss-Bellevue-Theater verlassen musste.

Nun jedoch trumpft das Ensemble »Bundeswehr« mit neuer Spiellaune auf. Nicht nur, weil das Budget wieder grenzenlos zu sein scheint. Nein, Pathos erfüllt die Bühne. Patriotismus – wie seit Gneisenau und Scharnhorst nicht mehr gesehen – raubt dem Zuschauervolk den Atem. Die Begeisterung über die Wiederaufführung ist offenbar so groß, dass man dem Stück ein paar Unsauberkeiten verzeiht. Mal ehrlich: Wen interessieren tote afghanische Demonstranten, wenn Superstar de Maizière sich zur selben Zeit in den Wind vor Warnemünde stellt. Marineblau!

Nun ist es am Marketing, dass das Stück nicht nur genug klatschende Zuschauer, sondern auch Akteure für die globale Aufführung findet. Einfach und griffig muss die Werbebotschaft sein, damit der letzte Dödel sie als Lockruf begreift. Bisheriger Favorit: »Wir. Dienen. Deutschland«. Toll! Begriffe mit Punkt – wie Geschützsalven. Sie stehen für Kameradschaft. Befehlserfüllung. Und ... ein Stück Heimat mit Grabstein drauf?

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen